Update: Opel Ampera-e kostet 39.330 Euro

21.04.2017 - 09:30 Uhr von Gerd Stegmaier
21.04.2017

Das Elektroauto Opel Ampera-e debütierte in Paris. Der Kleinwagen hat Platz wie ein Kompakter und eine Praxis-Reichweite fast wie ein Benziner. Nach NEFZ soll er 520 km weit kommen. Jetzt stehen auch die ersten Preise für das Elektroauto fest.

Opel Ampera-e
Bild 1 von 77

Opel Ampera-e

© Opel

Der Verkauf startete zuerst in Norwegen, dort kostet der Opel Ampera-e umgerechnet 33.416 Euro. Mehr als 4.000 Bestellungen konnte der Opel seit Dezember 2016 dort erreichen. In Deutschland kostet der Opel Ampera-e ab Herbst 39.330 Euro, abzüglich der Umweltprämie in Höhe von 4.380 Euro (2.000 Euro vom Staat, 2.000 Euro von Opel, 380 Euro geringerer Mehrwertsteuerbetrag) steht das Modell dann für 34.950 Euro zum Kauf.

Für die ersten Ampera-e-Kunden bietet Opel eine limitierte "First Edition" an. Das vollausgestattete Modell verfügt über Metallic-Lackierung, Frontkamera mit Abstandsanzeige und Verkehrsschilderkennung. Des Weiteren ist ein Rückfahrkamera inklusive Spurwechsel-, Rückfahr- und automatischem Park-Assistenten an Bord. Dazu gesellen sich Lederausstattung mit beheizbarem Lederlenkrad, Sitzheizung vorn und hinten sowie 17‑Z oll-Leichtmetallräder. Das IntelliLink-e-Infotainment sowie Opel OnStar sollen für Vernetzung sorgen, das Bose-Sound-System für Unterhaltung. Der Opel Ampera-e "First Edition kostet 44.060 Euro, abzüglich der noch bis 30.6.2019 geltenden Umweltprämie sind es 39.680 Euro.

Ausgewählte Händler verkaufen den Ampera-e

In Deutschland wird der Elektrowagen bei 40 Opel-Partnern verkauft, die für die Beratung und den Service geschult sind. Über die Ampera-e-Kommissions-Agenten ist die „First Edition“ vor allem via Leasing erhältlich. Darüber hinaus wird in Deutschland, so Opel, "in den nächsten Wochen ein Reservierungssystem eingeführt, so dass sich Kunden online für das E‑Mobil von Opel registrieren lassen können." Ab Juni 2017 steht der Ampera-e bei den ausgewählten Agenten dann zur Probefahrt bereit.

Der Ampera-e entspringt einer gemeinsamen Entwicklung mit dem Chevrolet Bolt, der in den USA schon auf den Markt rollt. Und für den gibt GM seit kurzem 383 Kilometer Reichweite in der Praxis an (nach dem anerkannt harten EPA-Zyklus, der keine Rekuperation zulässt). Zum Vergleich: Der BMW i3 etwa schafft nach dem Batterieupdate auf 30 kWh gerade mal 300 Kilometer – nach NEFZ. Auch Volkswagen hat den VW e-Golf seit Frühjahr auf dieselbe Reichweite geupdatet. Wenn Opel ab Herbst auf dem Markt ist, wird er 520 Kilometer Reichweite haben.

380 km Praxis-Reichweite

Mit mehr als 380 km Reichweite unter Realbedingungen räumt der nur 4,17 Meter lange Opel den Standardvorbehalt gegenüber der Alltagstauglichkeit von E-Autos aus. Zumal er an 400 Schnellladestationen, die es laut Bundesregierung ab Ende 2017 geben soll, 150 zusätzliche Kilometer in 30 Minuten tanken können soll.

Eine volle Ladung seiner 60 kWh-Batterie dürfte für die meisten Pendler aber eher eine ganze Woche lang reichen. Auf ordentliche Fahrleistungen müssen die aber nicht verzichten: Der Elektromotor liefert 360 Newtonmeter und 204 PS. Von null auf 50 km/h beschleunigt der kleine, aber gut 1,6 Tonnen schwere Elektro-Opel in 3,2 Sekunden, der Zwischenspurt von 80 auf 120 soll in 4,5 Sekunden gelingen. Die Zeit für den Standardsprint liegt bei 7,3 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit ist allerdings auf 150 km/h beschränkt.

Selbst innen verlangt der Ampera-e von seinen Passagieren keinen Verzicht. Mit 4,17 Meter ist der Ampera-e 18 Zentimeter länger als etwa der i3. Seine mit 60 kWh doppelt so große Batterie hat auf 2,6 Meter Radstand zwischen den Achsen im Fahrzeugboden Platz und erlaubt so nicht nur eine für einen Fronttriebler vergleichsweise ausgewogene Gewichtsverteilung von 46 zu 54 (vorne), sondern auch einen geräumiges Interieur.

Sitzprobe zeigt gutes Platzangebot

Dank 1,59 Meter Höhe gelingt der Einstieg problemlos. Das Layout mit dem kompakten E-Motor im Bug gewährt vorn viel Bewegungsfreiheit. Für Kopf und Schultern gibt es jede Menge Platz und dank der hohen Sitzposition genießt der Fahrer eine gute Übersicht nach vorne, beim Blick zur Seite fällt die breite B-Säule auf, beim Umschauen geraten die kräftigen C-Säulen und die schmale Heckscheibe in den Blick.

Die Beine haben viel Bewegungsfreiheit, weil der Boden flach und die Mittelkonsole vorne schmal ist. Der Gangwahlhebel sitzt ein wenig zu weit hinten, aber oft braucht man ihn ja nicht angesichts der Eingangautomatik des E-Antriebs. Auch das Fach dahinter stört, weil es ein wenig hoch geraten ist. Dafür fasst es ein iPad hochkant, das dort auch stehend bleiben und geladen werden kann, wenn eine herausnehmbare Schale darüber für Kleinkram eingelegt wird. Und das angenehm dicke Lenkrad fühlt sich schön griffig an.

Die digitalen Instrumente vor dem Lenkrad mit dem Blitzlogo sind gut ablesbar, der Touchscreen auf der Mittelkonsole richtig stylish, die Kunststoffe drumherum weniger. Unter dem zentralen Touchscreen gibt es glücklicherweise konventionelle Knöpfe und Regler für die Klimaanlage. Die Bedienelemente kennt, wer mal Insignia gefahren ist.

Viel Platz im Fond des Opel Ampera-e

Hinten wartet eine ebenfalls recht hoch positionierte Sitzbank auf bis zu drei Passagiere, die überall ausreichend Kopffreiheit vorfinden. Sitzen zwei Erwachsene auf den Außenplätzen, dann gleicht die Schulterfreiheit auf dem Mittelplatz der Economy-Klasse im Flieger. Der Knieraum aber schlägt das Platzangebot jeder Airline um Welten. Auch 2-Meter-Staturen dürften nicht mit den Lehnen der Vordersitze in Berührung kommen; diese bauen übrigens besonders dünn, weil sie den Insassen statt mithilfe eines Polsters mittels einer gefederten Kunststoffplatte eine weiche Oberfläche bieten. Nur beim Aussteigen müssen sehr groß Gewachsene den Kopf einziehen, weil der Türausschnitt oben recht früh aufhört und zudem nach hinten abfällt.

Dafür lässt die Verbundlenkerkonstruktion der Hinterachse einen tiefen Kofferraum zu, der 381 Liter schluckt. Der klappbare Boden sorgt für ein Niveau mit der Ladekante und den Lehnen der umgeklappten Sitze. 1.270 Liter sollen so in den dann zweisitzigen E-Opel passen. Die Gepäckraumabdeckung aus Stoff genügt wahlweise dem Bemühen um Leichtbau oder wirkt windig. Aber der Qualitätseindruck ist seit dem Prototyp von Paris erheblich besser geworden. Die Sitze wirken trotz der gefederten Platte in der Lehne bequem, ihr Leder fühlt sich ordentlich an. Und unser Demo-Auto hatte sogar hinten Sitzheizung aber kein Navigationssystem. Denn in der Serie soll das Intellilink-Infotainmentsystem Smartphones per Apple Carplay und Android Auto koppeln. Ob deshalb oder weil Ihnen das Problem leerer Telefon-Akkus beim E-Auto geläufiger war, haben die Ingenieure vorn und hinten je zwei USB-Buchsen vorgesehen.

Vom Bordnetz aus kann Opel Onstar einen Notruf absetzen sowie per WLAN-Hotspot bis zu sieben Endgeräten einen Internetzugang bereitstellen. Den digitalen Rückspiegel bekommt der Ampera-e (vorerst) nicht. Im Bolt gewährleistet ein Kamerasystem den Blick nach hinten. Sein Bild zeigt im Bolt auch der Rückspiegel, weitere Kameras ergänzen dieses Bild zu einer 360 Grad-Überwachung. Vorne leuchtet aber auch der Ampera-e mit LED-Schweinwerfern die Straße aus.

Quelle: 2017 Motor-Presse Stuttgart
Kommentare
Auch Interessant
Elektroauto-News
Der Elektroroller-Hersteller will mit dem Geld weiter expandieren.mehr
Das Elektroauto kann in Deutschland nur gemietet werden.mehr