Jaguar I-Pace Concept

15.03.2017 - 07:14 Uhr von Bernd Stegemann
15.03.2017

Mit einer Flut neuer Modelle erfindet sich Jaguar gerade neu und bringt ab 2018 mit dem I-Pace sogar einen Crossover mit Elektroantrieb – eine Alternative zum Tesla Model X.

Jaguar bringt ab 2018 mit dem I-Pace einen Crossover mit Elektroantrieb – eine Alternative zum Tesla Model X. Der Wegfall konventioneller Motoren und Getriebe sorgen ...
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Jaguar bringt ab 2018 mit dem I-Pace einen Crossover mit Elektroantrieb – eine Alternative zum Tesla Model X. Der Wegfall konventioneller Motoren und Getriebe sorgen ...

© Jaguar

Es gibt schönere Orte in London als den Busbahnhof im neuen Olympia-Stadtteil Stratford, der nach den Sommerspielen von 2012 verwaist und eingezäunt dahindämmert. Genau genommen ist so ziemlich jeder andere Ort schöner, denn während nebenan der Verkehr über die Stadtautobahn donnert, weht eine frische Brise Staub und Unrat auf den betonüberdachten Asphalt. Nicht gerade das ideale Umfeld also für das erste Rollout eines Autos, das sich als saubere Lösung für die gehobene Mobilität von morgen und als Zukunft von Jaguar versteht.

Bildershow: Fahrbericht Jaguar I-Pace Concept

Dass ein Konzeptfahrzeug wie der I-Pace ausgerechnet von der gern romantisch verklärten Traditionsmarke kommt, sorgt nur ganz kurz für Irritationen. Schließlich ist das mit Land Rover verbandelte Unternehmen seit der Übernahme durch den indischen Tata-Konzern in permanenter Aufbruchsstimmung, hat neben den nötigen Ressourcen nun erstmals eine klare Strategie und Wachstumsperspektive. Und weil sich das Wappentier ja ebenfalls lautlos anschleicht, passt der Elektroantrieb nicht nur in die Zeit, sondern auch zur Marke.

Jaguar I-Pace mit ungewohnten Proportionen

Zugleich erlaubt der Wegfall konventioneller Motoren und Getriebe ein effizientes Package und eine eigene Formensprache, die auf die Symbolik einer langen Fronthaube verzichten kann. In Verbindung mit dem flachen, rundlichen Dach und fast drei Meter Radstand ergeben sich so etwas ungewohnte Proportionen, und neben dem nur fünf Zentimeter längeren, aber neun Zentimeter höheren F-Pace wirkt die Studie eher wie ein viertüriges SUV-Coupé. Folglich gibt es sowohl im Innen- wie im Kofferraum (530 statt 650 Liter) weniger Platz, wobei das großflächige Glasdach für ein überaus luftiges Raumgefühl sorgt.

Noch augenfälliger sind die Unterschiede zum fülligen Tesla Model X, der mit 5,02 Metern Länge (plus 34 cm) und 1,86 Metern Höhe (plus 12 cm) fast zwei Klassen über dem I-Pace rangiert. Das schafft Platz für drei Einzelsitze in Reihe zwei, zwei zusätzliche Klappsitze im Heck oder bis zu 2.180 Liter Stauraum, bedingt jedoch zusammen mit dem höheren Schwerpunkt und Leergewicht (rund 2.500 statt 2.150 kg) ein weit weniger agiles Handling. Und während der US-amerikanische Elektro-SUV schon in der schwächsten Variante mit 245 kW mindestens 106.800 Euro kostet, soll die Serienversion des Alu-Briten im nächsten Jahr ab 75.000 Euro an den Start gehen.

Serienmodell des I-Pace kommt zur IAA

Apropos Serie: Die Studie zeigt zwar zu 95 Prozent das finale Design, hat aber weder die künftige Antriebs- und Fahrwerkstechnik noch ein funktionsfähiges Infotainment an Bord. Außerdem repräsentiert das handgefertigte Einzelstück einen siebenstelligen Euro-Betrag und zierte nach seiner Weltpremiere in Los Angeles in der neuen Farbe Photon Red den Jaguar-Stand auf dem Genfer Salon. Trotzdem dürfen wir vorher eine kurze Strecke fahren und erste Eindrücke sammeln, bevor das Produktionsmodell auf der Frankfurter IAA im September seine letzten Geheimnisse preisgibt.

Übersicht: Die beliebtesten Elektroautos in Deutschland

So viel steht bereits fest: Das Interieur weckt Vorfreude auf eine coole Lounge-Atmosphäre mit flexiblen Lichtstimmungen, das Cockpit bettet drei Digitaldisplays für Instrumente, Multimedia und Klimatisierung mit Touchscreen-Bedienung in ein modernes, stilvolles Umfeld.

Als Antrieb dienen zwei kompakte Elektromotoren mit je 147 kW, die Vorder- und Hinterachse antreiben und von einer Lithium-Ionen-Batterie mit 90 kWh gespeist werden. Wenn man nicht ständig die fulminante Spurtkraft des Stromers (0 auf 100 km/h in vier Sekunden) ausnutzt, soll die Energie für bis zu 500 Kilometer Fahrt reichen und sich in nur 90 Minuten wieder zu 80 Prozent laden lassen. Obwohl Achsen und Lenkung aus dem F-Type stammen, wurde fast das ganze Projekt samt Batterien, E-Motor und Steuereinheit neu entwickelt – in nicht mal drei Jahren. Da herrschte eben nicht nur Hochspannung, sondern auch Hochdruck.

Quelle: 2017 Motor-Presse Stuttgart
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