Elektroautos

So weit kommt man mit einem Elektroauto

Für Kaufinteressenten ist es die Frage aller Fragen: Wie weit kommt man mit einem Elektroauto? Die Reichweite eines Elektroautos ist mehr als alle anderen technischen Aspekte sein Aushängeschild. Zu Recht, denn was nutzt schickes Design und Umweltfreundlichkeit, wenn die Alltagstauglichkeit eines Elektroautos in Frage steht? Für viele potenzielle Käufer soll das Elektroauto schließlich nicht nur der Zweitwagen für die Kurzstrecke zum Supermarkt sein, sondern eine echte Alternative zum Benziner oder Diesel darstellen.

Kilowattstunden, Reichweite, Verbrauch

Der Spritverbrauch fürs klassische Automobil findet seine Entsprechung bei Elektrofahrzeugen im Stromverbrauch. Um die bestmögliche Reichweite zu erzielen, kommt es bei Elektroautos neben der Effizienz des Elektromotors auf das Fassungsvermögen der Batterie an. Die Kapazität der Stromspeicher wird in Kilowattstunden (kWh) gemessen.

Viele Hersteller arbeiten daran, die Reichweite von Strom-Autos zu verbessern. Was schon jetzt funktioniert, ist eine „durchschnittliche“ Fahrt: Denn in der Regel legen Autofahrer hauptsächlich Strecken unter 50 Kilometern mit dem Privatfahrzeug zurück. Stromautos meistern das bereits heute - mindestens 100 Kilometer Strecke ohne Zwischenstopps zum Aufladen gelten mittlerweile als Selbstverständlichkeit. Selbst der kleine Renault Twizy schafft 90 bis 100 Kilometer ohne Verschnaufpause. Der neue Opel Ampera-e soll die magische 500 Kilometer-Marke überschreiten, ohne dass ein Ladestopp vonnöten wäre. Ein Tesla Model S oder Model X mit einer 100 kWh starken 100D-Batterie bietet laut Hersteller gar eine Reichweite von 632 Kilometer nach NEFZ (Neuer Europäischer Fahrzyklus).

Die beliebtesten Elektroautos im Detail

Reichweiten-Ranking

Die theoretisch mögliche Reichweite wird von mehreren Faktoren beeinflusst. Unter anderem wirkt sich das eigene Fahrverhalten auf die Leistung aus: Wer langsam beschleunigt und auf der Autobahn nicht rast, kann eine höhere Reichweite erzielen. Auch die Außentemperaturen wirken sich auf die Reichweite aus. So ist die Leistung bei Minusgraden im Winter messbar geringer. Das liegt unter anderem daran, dass die Heizung Strom verbraucht, was die Reichweite reduziert. Übrigens: Ein Argument gegen Elektroautos ist die Einschränkung der Leistung bei winterlichen Bedingungen nicht – auch klassische Fahrzeugbatterien büßen bei Temperaturen unter null Grad Celsius an Kapazität ein. Der Grund: Verbraucher wie Sitz- oder Scheibenheizung, beheiztes Lenkrad, Abblendlicht oder Gebläse beanspruchen die Batterie stärker.

Modellbezeichnung

Reichweite

Akku-Kapazität

Verbrauch

Renault Twizy

90-100 km

6,1 kWh

8,4 kWh/100 km

Peugeot iOn

150 km

16 kWh

13,5 kWh/100 km

Citroen C-Zero

150 km

16 kWh

13,5 kWh/100 km

Smart fortwo electric drive

160 km

17,6 kWh

15,1 kWh/100 km

VW e-Up

160 km

18,7 kWh

13,8 kWh/100 km

Nissan e-NV200

165 km

24 kWh

16,5 kWh/100 km

Renault Kangoo Z.E.

170 km

22 kWh

14 kWh/100 km

Citroen Berlingo Electrique

170 km

23,5 kWh

21 kWh/100 km

VW e-Golf

200 km

24,2 kWh

12,7 kWh/100 km

Mercedes B 250 e

200 km

28 kWh

16,6 kWh/100 km

Ford Focus Electric

225 km

23 kWh

15,9 kWh/100 km

BMW i3 94 Ah

240 km

29,2 kWh

12,6 kWh/100 km

Nissan Leaf 30 kWh

250 km

30 kWh

15 kWh/100 km

Kia Soul EV

250 km

30 kWh

14,3 kWh/100 km

Hyundai Ionic

280 km

28 kWh

11,5 kWh/100 km

Renault  Zoe Z.E. 40

400 km

41 kWh

14,6 kWh/100 km

Tesla Model X 90D

489 km

90 kWh

23,5 kWh/100 km

Tesla Model S 90D

550 km

90 kWh

23,5 kWh/100 km

Wie weit kommt ein Tesla?

Geht es um das Thema Elektroauto, gelten die Werte der Modelle des Herstellers Tesla hinsichtlich ihrer Reichweite und ihres Verbrauchs noch immer als die Messlatte, an der sich die Mitbewerber orientieren. Für viele gilt das US-amerikanische Unternehmen aus Palo Alto noch immer als Inbegriff der Elektroautohersteller. Das liegt an dem Ruf des Pioniers, der Elon Musk und seinem Unternehmen vorauseilt. Die Tesla-Reichweite liegt selbst bei der Basisausstattung der Limousine Tesla Model S mit 60 kWh-Batterie bei stolzen 400 Kilometer. Der 100 kWh leistende Akku 100 D, der für Tesla Model S und Tesla Model X zur Wahl steht, erzielt laut Hersteller sogar eine Reichweite von 632 Kilometern nach NEFZ (Neuer Europäischer Fahrzyklus).

Der mit Spannung erwartete Mittelklasse-Stromer Tesla Model 3 soll trotz seines massentauglich günstigen Einstiegspreises immerhin gut 345 Kilometer Reichweite bieten. Mit einem Preis von umgerechnet 31.000 Euro und der im Vergleich mit Mitbewerbern aus dem gleichen Preissegment stattlichen Reichweite könnte der neue Tesla Model 3 die Bedeutung von Elektroautos auf dem Massenmarkt wichtige neue Impulse geben. Die Vorbestellung ist bereits in vollem Gange, die Auslieferung soll frühestens ab Mitte 2018 erfolgen.

Akku-Varianten und technische Daten der Tesla Modelle

 

60
Hinterradantrieb

60D
Dual Motor Allrad

75 Hinterradantrieb

75D Dual Motor Allradantrieb

90D Dual Motor Allradantrieb

100D

P100D

tba

Erhältlich für

Model S

Model S

Model S

Model S, Model X

Model S, Model X

Model S, Model X

Model S, Model X

Model 3

Akku-Kapazität

60 kWh Batterie*
(Upgrade auf 75 kWh möglich)

60 kWh Batterie*
(*Upgrade auf 75 kWh möglich)

75 kWh Batterie

75 kWh Batterie

90 kWh Batterie)

100 kWh Batterie

100 kWh Batterie mit Allradnantrieb

tba

Reichweite (NEFZ)

400 km

408 km

480 km

490 km

557 km

632 km

613 km

345 km

V-Max

210 km/h

210 km/h

225 km/h

225 km/h

250 km/h

250 km/h

250 km/h

tba

0-100 km/h

5,8 Sek.

5,4 Sek.

5,8 Sek.

5,4 Sek.

4,4 Sek.

4,4 Sek.

2,7 Sek.

Unter 6 Sek.

Preis

69.019 €

74.719 €

86.620 €

92.320 €

103.320 €

106.720 €

154.820 €

35.000 USD (33.150  €)* (EU Preise tba)

Was ist ein Tesla Supercharger?

Für den Komfort mindestens ebenso wichtig wie die Reichweite ist die Ladedauer eines Elektroautos. Hier punktet der US-Autobauer mit der Idee Tesla Supercharger, „der schnellsten Ladestation der Welt“, wie Tesla die Erfindung selbst bewirbt. Die Ladestationen sind unter anderem an Autobahnraststätten platziert, um bei Langstreckenreisen die Wartezeiten zu reduzieren. Tatsächlich dauert es unter idealen Bedingungen nur Minuten statt Stunden, das Fahrzeug an einem Tesla Supercharger mit Strom zu tanken.

Zum Vergleich: Nach einem halbstündigen Ladevorgang zu Hause mit 11 kW bietet das Fahrzeug eine Reichweite von etwa 27 Kilometern. In der gleichen Zeit lässt sich bei einer Aufladung per Tesla Supercharger (120 kW) eine Null dranhängen: 270 Kilometer Reichweite ist ein Wert, mit dem auch eine öffentliche CHAdeMO-Ladestation mit 50 kW bei weitem nicht mithalten kann: Die Reichweite nach einer halben Stunde unter Strom liegt bei Letzterer bei etwa 136 Kilometer.

Die besten Elektroautos

Was macht ein Elektroauto attraktiv für Käufer? Die Antwort darauf ist so unterschiedlich wie die Kunden. In einem Punkt aber sind sich nahezu alle Käufer und Kaufinteressenten einig: Der Einkaufspreis und die laufenden Kosten sollen im Rahmen bleiben. Auch soll die Reichweite möglichst hoch sein und die Akku-Ladezeit lange Wartezeiten verhindern. Hier die wichtigsten Daten für die gängigsten Modelle:

Modellbezeichnung

Motor-Leistung

Reichweite

Beschleunigung (0-100 km/h)

V-Max

Ladezeit

Preis (ab)

Renault Twizy

9 kW

90-100 km

 

80 km/h

3,5 Stunden

7.650 € + 5-62 €/Monat Batteriemete

Peugeot iOn

49 kW

150 km

15,9 s

130 km/h

6 Stunden

19.800 €

VE e-Up

60 kW

160 km

12,4 s

130 km/h

6 Stunden

26.900 €

Citroen C-Zero

49 kW

150 km

15,9 s

130 km/h

6 Stunden mit Ladebox

19.800 €

Nissan e-NV200

80 kW

165 km

14 s

123 km/h

5–9 Stunden via Typ 2

25.660 €

Renault Kangoo Z.E.

44 kW

170 km

20,3 s

130 km/h

8 Stunden bei 16 A einphasig, 4 h mit optionalem 6,6 kW Ladegerät

24.157 € + 86,87 €/Monat Batteriemiete

Citroen Berlingo Electrique

49 kW

170 km

18,7 s

110 km/h

8 Stunden

20.990 €

Smart fortwo ED

60 kW

160 km

11,5 s

130 km/h

6–7 Stunden

21.940 €

VW e-Golf

100 kW

200 km

9,6 s

150 km/h

Schnellladung via Gleichstrom in 30 Minuten, Standardladung in 8 Stunden

35.900 €

Mercedes B 250 e

132 kW

200 km

7,9 s

160 km/h

9 Stunden

39.151 €

Ford Focus Electric

107 kW

225 km

11,4 s

137 km/h

11 Stunden an Schuko (10A), 6 – 7 Stunden mit Wallbox (16A), 3 – 4 Stunden mit 32 Ampere einphasig

34.900 €

BMW i3

125 kW

240 km (mit Range Extender: 330 km) h

7,3 s

150 km/h

9,5 Stunden, Stecker Typ2 (AC-Laden mit Wand-Ladestation) 2:45-7:30 Stunden

36.150 €

Nissan Leaf

80 kW

250 km

11,5 s

144 km/h

8 Stunden bei 16 A einphasig, 4 h mit 6,6 kW Ladegerät (optional)

25.365 € + 79 – 142 €/Monat Batteriemiete

Kia Soul EV

81 kW

250 km

11,3 s

145 km/h

12 Stunden,  an 6,6 kW – Typ 1: 4,5 Stunden

25.490 €

Hyundai Ionic

88 kW

280 km

10,2 s

165 km/h

12 Stunden, an 6,6 kW-Ladestation: ca. 4,5 Stunden

33.300 €

Renault  Zoe Z.E. 40

68 kW

400 km

13,2 s

135 km/h

Eine Phase/230 V/3.7 kW (16A): Ladezeit 15 Std.

Drei Phasen/400 V/11 kW: Ladezeit  4Std. 30min

24.690 € + 59-109 €/Monat Batteriemeite

Tesla Model X 90D

568 kW

489 km

5 s

250 km/h

6 Stunden (Ladestation), Steckdose: 40 Stunden

113.300 €

Tesla Model S 90D

310 kW

 

550 km

4,4 s

250 km/h

6 Stunden (Ladestation), Steckdose: 40 Stunden

103.320 €

Preise und Prämien – Das kostet ein Elektroauto

Der Kaufpreis eines Autos allein sagt nichts über die laufenden Kosten nach der Anschaffung aus – und somit über die Rentabilität. Die Verbrauchskosten bei Elektroautos sind oft niedriger als für Benzin- oder Dieselfahrzeuge. Sie liegen bei durchschnittlich drei bis vier Euro für 100 Kilometer. Bei Elektroautos spielt eine Vielzahl von Faktoren eine Rolle, was die Beurteilung der Wirtschaftlichkeit angeht. Der erste Aspekt ist das „Stromtanken“. Beispiel Tesla: Die Nutzung einer Supercharger-Ladestation war für Modelle, die vor Mitte Januar 2017 bestellt wurden, kostenlos. Nun steht Neukunden eine jährliche Gutschrift von 400 kWh zur Verfügung. Sie ist ausreichend für etwa 1.600 Kilometer Fahrt. Wird diese Marke überschritten, fallen 17 Cent pro Minute bis 60 kW an. Bei über 60 kW sind es 34 Cent.

Was bringt die Kaufprämie?

Ebenfalls wichtig für die Unterhaltsberechnung eines Elektrofahrzeugs ist die Umweltprämie, die seit Juli 2016 beantragt werden kann. Die von den Herstellern und dem Staat je zur Hälfte bezahlte „Belohnung“ soll die Nachfrage nach umweltschonenden E-Mobilen ankurbeln. Für reine Elektroautos liegt die Prämie bei 4.000 Euro. Beim Kauf eines Hybridautos, welches einen Verbrennungsmotor als Ergänzung zum Stromaggregat an Bord hat, gibt es einen Umweltbonus von 3.000 Euro.

Die Förderung gilt rückwirkend für E-Autos, die seit dem 18. Mai 2016 gekauft oder bestellt wurden. 1,2 Milliarden Euro Fördergelder stehen zur Verfügung. Bis dato (April 2017) sind davon erst 55 Millionen Euro abgerufen worden. Tesla blieb, trotz über 25 Prozent Marktanteil, in Sachen Förderung zunächst außen vor, da das Model S als Luxusvariante der Elektroautos galt. Will heißen: Aufgrund seines ursprünglichen Basispreises lag das S-Modell über der Grenze von maximal 60.000 Euro für die Kaufprämie. Mit seinem neuen Nettopreis von 58.000 Euro für das Basismodell mit 60 kWh-Batterie und 400 Kilometer Reichweite wird auch der Tesla Model S mit der Kaufprämie von 4.000 Euro bedacht.

Infografik: Welche Hersteller von der Prämie für E-Autos profitieren | Statista

Übrigens: Die Subventionierung von Elektroautos hat eine Deadline: Wer sein Elektrofahrzeug erst nach Ende Juni 2019 kauft, kann nicht mehr von der Förderung aus dem Energie- und Klimafonds profitieren. Sollten bis dahin noch Gelder aus dem Fördertopf zur Verfügung stehen, verfallen diese. Der Antrag für die E-Auto-Prämie kann online beim BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) gestellt werden.

Über Steuererleichterungen soll der Anreiz, in ein umweltfreundliches Elektroauto zu investieren, zusätzlich gefördert werden. Hierzu verdoppelte der Bundestag im Herbst 2016 die Steuerbefreiung rückwirkend zum Jahresbeginn 2016 von fünf auf zehn Jahre. Die Befreiung von der Kfz-Steuer gilt für Fahrzeuge mit einer Erstzulassung vom 18. Mai 2011 bis zum 31. Dezember 2020 sowie für solche, die in dieser Zeit zu reinen E-Mobilen umgerüstet und verkehrsrechtlich genehmigt wurden oder werden. Eine weitere Steuervergünstigung: Arbeitnehmer können ihre Elektroautos beim Arbeitsplatz aufladen, ohne diesen geldwerten Vorteil versteuern zu müssen.

Kosten sparen dank günstigerer Versicherung

Auch beim Thema Versicherung lässt sich mit einem Elektroauto sparen. Es gibt zwar keine allgemeinen Rabatte für die gesamte Klasse der E-Fahrzeuge, doch gewähren einige Versicherer einen generellen Preisnachlass für Modelle, die besonders umweltfreundlich sind. Hier können die Stromer natürlich punkten. Manche Versicherer gehen bereits einen Schritt weiter und bieten maßgeschneiderte Versicherungskonditionen und Nachlass für Elektro- oder auch Hybridmodelle. Wie bei jedem anderen Pkw ist die Kfz-Haftpflichtversicherung eine gesetzliche Pflicht auch für Halter von Elektrofahrzeugen. Eine Kaskoversicherung dagegen ist freiwillig. Versicherer empfehlen selbstredend eine Vollkaskoversicherung.

Besonders das Herzstück des Wagens sollte guten Versicherungsschutz genießen: der Akku. Mitversichert sollten daher auch Schäden sein, die durch Bedienfehler des Fahrers entstehen wie Tiefenentladung oder Überladung der Batterie. Das gilt natürlich nur, wenn man das E-Mobil mitsamt Akku gekauft hat. Für geleaste Batterien sollte dagegen der Akkuschutz aus der Police gestrichen werden. Die Höhe des Versicherungsbetrages richtet sich nach der Typ- und Regionalklasse.

Bei der Einstufung von Elektroautos orientieren sich die Versicherer aufgrund der noch geringen Erfahrungswerte mit der neuen Technologie an der Schadensbilanz herkömmlich angetriebener Fahrzeuge mit ähnlichen Merkmalen. Die Einstufung gilt unter Insidern als moderat, nicht zuletzt da Elektroauto-Besitzer für einen nicht-riskanten Fahrstil bekannt sind und auch diese Annahme mit in die Versicherungsprämie einfließt.

Einen weiteren seiner Vorteile spielt das Elektroauto dank des E-Kennzeichens aus. Das seit 2015 ausgegebene Kennzeichen mit dem „E“ am rechten Rand des Nummernschildes kann, je nach Gemeinde, dem Halter Sondererlaubnisse gestatten. Beispielsweise das Benutzen der Busspuren, günstigere Parkgebühren oder auch kostenloses Parken in für andere Fahrzeuge kostenpflichtigen Bereichen.

Batterie – mieten oder kaufen?

Herzstück eines Elektroautos ist die Batterie. Ob man das Fahrzeug mitsamt Batterie kauft oder diese nur mietet, macht mehrere tausend Euro Unterschied aus. Der deutlich erhöhte Fahrzeugpreis wirkt zwar im ersten Moment abschreckend, doch bringt die Batteriemiete laufende monatliche Folgekosten mit sich – vergleichbar mit einem Kauf auf Raten, abgesehen davon, dass die Batterie hier nicht in das Eigentum des Käufers übergeht. In welchen Fällen der Kauf, die Miete oder das Leasing die beste Wahl ist, sollte genau berechnet werden, hängt die Antwort doch von verschiedenen Faktoren ab. Beispielsweise ist die Miete oft gestaffelt nach der jährlichen Fahrleistung. Wer mietet, nimmt sich die Möglichkeit, die Batterie später in den Zweitmarkt zu geben. Ein Aspekt, der in Zukunft an Bedeutung gewinnen wird.

Fazit: In der Anschaffung ist ein Elektroauto meist teurer als ein vergleichbarer Benziner oder Diesel. Berechnet man Faktoren wie Verbrauch, Prämie, Versicherung und Steuerfreiheit mit ein, sieht die Bilanz möglicherweise überraschend anders aus. Auch die Wartungs- und Reparaturkosten fallen bei E-Fahrzeugen durchschnittlich deutlich geringer aus als bei Dieseln und Benzinern. Ihre Akkus sind nahezu verschleißfrei konstruiert. Vergleichen lohnt sich also. Mal abgesehen von einem unbezahlbaren Aspekt, der immer für einen Stromer spricht: das Umweltbewusstsein. Dazu kommt: Steigende Ölpreise und der Rückgang der Kosten für einen Akku werden zusätzlich dafür sorgen, dass Elektroautos langfristig die Zukunft gehört.

Autokostenvergleich vom ADAC

Modellbezeichnung

Motor-Leistung

Grundpreis (Euro)

Gesamtkosten pro Monat (Euro)

Cent pro km

BMW i3

125 kW

34.950

647

51,8

Citroen C-Zero Tendance

49 kW

19.390

453

36,2

Ford Focus Electric

107 kW

34.900

708

56,6

KIA Soul EV

81 kW

30.790

586

46,9

Mercedes B250 e

132 kW

39.151

776

62,1

Mitsubishi Electric Vehicle

49 kW

23.790

517

41,4

Nissan Leaf acenta

80 kW

32.385

657

52,6

Peugeot iOn Active

49 kW

19.390

451

36,1

Renault Zoe Intens

65 kW

23.300

549

43,9

VW e-up!

60 kW

26.900

516

41,3

VW e-Golf

85 kW

34.900

657

52,6

Ladestecker und Co.: Wie lädt man ein Elektroauto auf?

Ein Auto, das man an der Haushaltssteckdose „auftanken“ kann – dieses Bild wirkt auf Laien nach wie vor futuristisch. Zwar ist es tatsächlich möglich, doch spricht einiges für eine Alternative zur Steckdose. Spezielle Ladeboxen, wie sie unter anderem Stromversorger anbieten, verhindern nicht nur, dass die eigene Steckdose und die Leitungen stundenlang mit ungewöhnlich hohen Stromstärken belastet werden, sie laden den Elektroauto-Akku auch schneller auf. Allerdings schlagen sie inklusive Installation mit mindestens 1.000 Euro zu Buche. Wenn Stromanbieter preiswertere Tarife in der Nacht oder am Wochenende anbieten, lohnt es sich, das Aufladen des Elektroautos in diesen Zeiten vorzunehmen. Wie beim klassischen Tanken wird der Verschlussdeckel geöffnet. Statt des Zapfhahns wird der Stecker der Station hineingesteckt.

Wo findet man Ladestationen?

Ladestationen für zu Hause, die am Außenanschluss oder in der Garage installierbar sind, finden sich auch in manchen Parkhäusern, wo man bei der Ausfahrt fürs Stromtanken und Parken bezahlt. Kürzere Wartezeiten gewährleisten Schnelllader, wie man sie an Stromtankstellen findet. Fürs schnelle Laden zahlt man meist einen Aufpreis. Doch wer statt acht Stunden nur eine halbe auf sein „vollgetanktes“ Auto warten muss, weiß die Effizienz eines Schnellladers zu schätzen.

Infografik: Strom tanken wird immer leichter | Statista

Viele, die mit dem Kauf eines Elektroautos liebäugeln machen sich Sorgen, ob sie auf längeren Reisen genug Ladestationen finden. Diese Angst will die Bundesregierung den Bürgern nehmen: Zum Maßnahmenpaket, welches den Kauf umweltschonender Fahrzeuge fördern soll, zählt auch der Aufbau von 15.000 weiteren Strom-Ladestellen. Auch die Hersteller engagieren sich für den Ausbau des Netzwerks an Schnellladestationen. Und das sogar im Team: Im November 2016 unterschrieben BMW, Mercedes, VW nebst Audi und Porsche sowie Ford eine gemeinsame Absichtserklärung. 400 neue Schnellladestationen entlang der wichtigsten europäischen Routen sollen 2017 der erste Schritt sein, das Netzwerk an Lademöglichkeiten dichter werden zu lassen.

Welche Ladestecker gibt es?

Stecker ist nicht gleich Stecker bei Elektroautos. Besonders wichtig sind Typ 1- und Typ 2-Stecker sowie der CHAdeMO-Stecker. Die einphasigen Typ 1-Stecker erlauben Ladeleistungen bis zu 7,4 kW (230 V, 32 A). In Europa sind sie weniger üblich als in Elektroautos von asiatischen Herstellern. Bei den öffentlichen Ladestationen hierzulande sind eher Typ 2-Steckdosen verbreitet, an denen Ladekabel für Fahrzeuge mit Typ 1 und Typ 2 gleichermaßen angeschlossen werden können. Der dreiphasige Typ 3-Stecker wurde als europäischer Standard festgelegt. Für private Ladestationen sind Ladeleistungen bis zu 22 kW (400 V, 32 A) üblich, während bei öffentlichen Ladesäulen mit 43 kW auch die doppelte Leistung möglich ist. Als Ergänzung für den Typ 2-Stecker ist ein Combo-Stecker einsetzbar, der die Wartezeiten noch weiter senken soll. Der sogenannte CCS-Stecker (Combined Charging System) hat zwei zusätzliche Leistungskontakte und unterstützt Gleich- und Wechselstromladen mit theoretisch bis zu 170 kW. In der Praxis sind allerdings eher 50 kW realistisch.

Eine andere Möglichkeit des Schnellladens wurde in Japan entwickelt: der CHAdeMO-Stecker. Er macht in der Theorie Ladevorgänge bis zu 100 kW möglich, in der Realität stehen an öffentlichen Ladesäulen allerdings meist nur 50 kW zur Verfügung. Kompatibel sind vor allem asiatische Fahrzeuge, aber auch Modelle von Citroen und Peugeot. Per Adapter lässt sich auch ein Tesla anschließen. Tesla hat allerdings ein eigenes, noch effektiveres Ladesystem im Angebot: Der Tesla Supercharger bietet, exklusiv für die Kunden des US-Herstellers, eine Ladeleistung von bis zu 120 kW an. Das Model S mit 90 kWh-Akku lässt sich damit in 40 Minuten zu 80 Prozent aufladen. Wo man eine Tesla Supercharger Ladestation findet, zeigt das Touchscreen des Fahrzeugs an. Während der Wartezeit kann man es sich gemütlich machen - die Tesla App signalisiert, wenn das Fahrzeug wieder einsatzbereit ist. Tesla empfiehlt, die Batterie nur zu 80 Prozent zu laden.

Haushalts- oder Typ 1 bzw. 2-Stecker – ein Vergleich

Wie unterschiedlich die Ladedauer sein kann, sei an zwei Beispielen erklärt: Mit einem „Haushaltsstecker“ mit 2,3 kW dauert die komplette Strombetankung eines Kia Soul EV etwa 12 Stunden. Mit einem 3,7 kW starken Typ1-Stecker sind es 7,5 Stunden. Mit einem 50 kW-CHAdeMo reduziert sich das Laden auf viereinhalb Stunden. Anderes Beispiel, der Mercedes B 250 e: An einer herkömmlichen Steckdose (230V/13A) liegt die Ladezeit bei 9 Stunden. An einer Wallbox mit 400 Volt/16A reduziert sich diese auf 2 Stunden und 40 Minuten.

Eine Beispielrechnung, die das Sparpotenzial zwischen Elektroauto und den klassischen Motoren veranschaulicht: Bei einem Strompreis von 30 ct/kWh kostet eine Ladung für eine 20 KWh-Batterie 6 Euro. Bei einem Verbrauch von 15 KWh pro 100 Kilometer kommt man mit einer Aufladung etwa 135 Kilometer weit. Die Kosten je 100 Kilometer beliefen sich in diesem Fall auf 4,45 Euro. Für ein Auto mit herkömmlichem Benzinmotor würden für eine Strecke von 100 Kilometern bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 7,5 Liter auf 100 Kilometer und einem Benzinpreis  von rund 1,35 Euro pro Liter dagegen 10,15 Euro anfallen - das 2,3-fache.

Die Batterie – das Herzstück des Elektroautos

Sie ist der wichtigste Teil eines Elektroautos, aber auch der größte Kostenfaktor: die Batterie. Die beste Nachricht zuerst: Die Wartung von Elektroautos ist einfacher als bei klassischen Fahrzeugen. Prozeduren wie Ölwechsel und der Wechsel von Zündkerzen fallen beispielsweise weg. Auch Bremsbeläge müssen bei E-Autos seltener gewechselt werden. Die pflegeleichten E-Mobile gelten außerdem als weniger reparaturanfällig als Benziner und Diesel. Dennoch rät der TÜV, Reparaturen von Elektroautos nur durch eigens dafür geschultes Personal vornehmen zu lassen.

So lange hält eine Batterie

Wie lange eine Batterie hält, ist derzeit schwer zu beantworte. Die futuristischen Mobile sind noch zu kurz auf dem Markt, um allgemeingültige Prognosen aus den bisherigen Erfahrungswerten abzuleiten. Die Hersteller zumindest geben ihren Kunden ein Versprechen: Acht Jahre lang oder länger soll die Batterie ihrer Fahrzeuge mindestens 80 Prozent ihrer originären Leistungsfähigkeit behalten, bei sachgemäßer Nutzung seien sogar zehn Jahre Nutzungszeit für eine Batterie realistisch.

Wer eine Batterie mietet, wird sich über deren Lebensdauer ohnehin weniger Gedanken machen als ein Käufer, der ein Elektroauto mitsamt Batterie ersteht. Bei Leistungsabfall einer gemieteten Batterie wird dem Mieter eine Ersatzbatterie kostenfrei installiert. Ein höheres Risiko trägt man theoretisch, wenn man ein Auto mitsamt Akku kauft. Denn die Preise für die Batterien sind so hoch, dass bei einem Defekt ein Totalschaden drohen kann. Doch keine Sorge: In der Regel bieten die Hersteller für eine Batterie eine Garantie. Diese kann als kalendarische Mindestlebensdauer oder umgerechnet in Fahrzeugkilometern angegeben werden. Wer die Lebensdauer des Akkus dagegen nicht künstlich verkürzt, kommt mit dem Kauf eines Fahrzeugs mitsamt Batterie am Ende übrigens günstiger weg als mit der Batteriemiete.

Nicht nur deshalb sollte man auf die Langlebigkeit der Batterie achten: Experten sind sich sicher, dass die Batterien nach ihrem Dienst im Wagen ein „zweites Leben“ führen können – beispielsweise im Einsatz für Photovoltaikanlagen oder gebündelt als Stromspeicher. Einzelne Unternehmen machen dies bereits vor. Wenn der Zweitmarkt an Bedeutung gewinnt, dann mit ihm auch das Bestreben, die Batterie des Fahrzeugs möglichst schonend zu behandeln. Die gängigen Kraftspender in Elektroautos sind Lithium-Ionen-Akkus. Deren Vorzüge kennt man auch aus der Consumer Electronics-Branche: Sie weisen eine im Vergleich zu anderen Akkukonzepten hohe Energiedichte auf und gestatten eine hohe Zahl von Ladezyklen. Auch der gefürchtete Memory-Effekt, also der Kapazitätsverlust bei häufiger Teilentladung ist – im Gegensatz zu einem Nickel-Cadmium-Akku – bei ihnen zu vernachlässigen.

So pflegen Sie die Batterie

Die Batterie nutzt sich bei jedem Ladevorgang ein wenig ab. Sie altert genauso wie jedes andere Produkt. Die Haltbarkeit einer Elektroauto-Batterie lässt sich dennoch mit gezielter Akku-Pflege positiv beeinflussen. Extreme Temperaturen schaden. Das Wohlfühlklima für eine Elektroauto-Batterie liegt zwischen 15 und 25 Grad. Im Winter gehört das Elektroauto so oft wie möglich in den Schutz einer Garage. Im Hochsommer sollte der Wagen nicht zu lange in der prallen Sonne parken.

Worauf man beim Laden achten sollte: Es ist zu vermeiden, die Batterie komplett leerzufahren oder randvoll aufzuladen. Als Faustregel gilt: Der Akkustand sollte stets zwischen 20 und 80 Prozent liegen. Ansonsten ist die Spannung in den Batteriezellen zu gering oder zu hoch, was die Lebensdauer negativ beeinflusst. Intelligente Systeme schützen Elektroauto-Batterien aber vor einer Vollentladung. Zusätzlich empfehlen Experten, die Batterien nicht permanent nur mit Höchstgeschwindigkeit aufzuladen, sondern dazwischen auch die Geduld mitzubringen, den Akku mit einem langsamen Ladevorgang zu schonen.

Noch ist es nicht möglich, mit der „Tankfüllung“ eines E-Mobils eine vergleichbare Strecke zurückzulegen wie mit einem Benziner oder Diesel-Auto. Die Zukunftsprognose für die Batterien ist allerdings positiv: Das Herzstück der Elektroautos von morgen soll leichter, günstiger und reichweitenstärker sein als die aktuelle Generation. Schon jetzt ist von Baujahr zu Baujahr diese Tendenz deutlich. Fraglos ist das ein wesentlicher Faktor bei der Kaufentscheidung: Der Fortschritt der Elektroautos muss im Stande sein, die Entwicklung der Strompreise abzufedern, um die Wirtschaftlichkeit der visionären Fahrzeuge zu gewährleisten.

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