Kaufprämie für Elektroautos - wer bekommt was?

03.04.2017 - 09:15 Uhr
03.04.2017

Die „Kaufprämie“ soll einen Anreiz schaffen, sich beim Neukauf für ein fortschrittliches, elektrisch betriebenes Fahrzeug zu entscheiden. Welche Förderungen gibt es und wer hat Anspruch darauf?

Die Kaufprämie soll die Elektromobilität in Deutschland in Fahrt bringen. Sie gilt auch für bestimmte Ausführungen des Tesla Model S. Gefördert wird der Kauf von Elektroautos und Plug-In-Hybriden.
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Die Kaufprämie soll die Elektromobilität in Deutschland in Fahrt bringen. Sie gilt auch für bestimmte Ausführungen des Tesla Model S. Gefördert wird der Kauf von Elektroautos und Plug-In-Hybriden.

 © Tesla

Was ist die „Kaufprämie“?

Elektromobilität ist ein Thema der Zukunft – schon seit Jahren. Um es tatsächlich in der Gegenwart ankommen zu lassen, beschloss die Bundesregierung Anfang 2016 ein Programm, um die Technologie gezielt zu fördern.

Der Autokauf: Was wird von wem gefördert?

Förderfähig sind reine Elektroautos. Ebenfalls eingeschlossen sind Fahrzeuge, die mittels Brennstoffzelle betrieben werden. Auch Kraftfahrzeuge mit Hybridmotoren sind bezuschussbar. Diese müssen allerdings über einen separaten Zugang zur Ladung mittels Strom verfügen, also sogenannte Plug-In-Hybride sein. Hybridautos, deren Akku ausschließlich durch den Verbrennungsmotor geladen wird, gehen jedoch ohne Fördergelder aus. Während die Besitzer jener Wagen, die ausschließlich elektrisch motorisiert sind, die volle Förderung in einer Höhe von 4.000 Euro erhalten, bekommen Hybrid-Fahrer nur 3.000 Euro zurück. Die Hälfte der Kosten übernehmen dabei die Automobilhersteller, der Bund schießt den Rest der Prämie selbst zu. Außerdem wurde die Steuerbefreiung für Fahrzeuge mit elektrischem Antrieb von fünf auf zehn Jahre erweitert.

Kommt die Förderung an? Eine erste Bilanz

Nach neun Monaten Laufzeit sieht die Zwischenbilanz noch etwas ernüchternd aus: Seit Einführung der „Kaufprämie“ im Juli 2016 wurden laut Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) bis zum 31.03.2017 lediglich 15.348 Anträge gestellt. Der Fördertopf wurde hingegen mit 1,2 Milliarden Euro gefüllt und könnte damit zur Subventionierung von mindestens 300.000 Fahrzeugen beitragen.

Infografik: Kaufprämie für Elektroautos | Statista

Welche Modelle sind förderfähig? (nach Hersteller sortiert):

Audi:

  • A3 (Plug-In Hybrid)

BMW:

  • BMW i3 (Elektrofahrzeug)
  • 225xe (Plug-In-Hybrid)
  • 330e (Plug-In-Hybrid)
  • 530e (Plug-In-Hybrid)

Citroen:

  • C-Zero (Elektrofahrzeug)
  • C-Zero Modell 2017 (Elektrofahrzeug)
  • Berlingo Electric Kastenwagen L1 Profi (Elektrofahrzeug)
  • Berlingo Electric Kastenwagen L1 Profi mit Batteriemiete (Elektrofahrzeug)
  • Berlingo Electric Kastenwagen L2 Profi (Elektrofahrzeug)
  • Berlingo Electric Kastenwagen L2 Profi mit Batteriemiete (Elektrofahrzeug)
  • Berlingo Electric Kastenwagen L1 Business (Elektrofahrzeug)
  • Berlingo Electric Kastenwagen L1 Business mit Batteriemiete (Elektrofahrzeug)
  • Berlingo Electric Kastenwagen L2 Business (Elektrofahrzeug)
  • Berlingo Electric Kastenwagen L2 Business mit Batteriemiete (Elektrofahrzeug)
  • E-Mehari mit Batteriemiete (Elektrofahrzeug)

Ford:

  • Focus (Elektrofahrzeug)
  • C-Max (Plug-In-Hybrid)

Hyundai:

  • IONIQ Elektro TREND (Elektrofahrzeug)
  • IONIQ Elektro STYLE (Elektrofahrzeug)
  • IONIQ Elektro PREMIUM (Elektrofahrzeug)
  • Ix35 Fuel Cell (Brennstoffzellenfahrzeug)

Kia:

  • Optima Plug-In Hybrid Attract (Plug-In-Hybrid)
  • Optima Plug-In Hybrid Spirit (Plug-In-Hybrid)
  • Soul EV Play (Elektrofahrzeug)
  • Soul EV Plug (Elektrofahrzeug)

Mercedes-Benz:

  • B 250e (Elektrofahrzeug)
  • C 350e (Plug-In-Hybrid)
  • C 350e T-Modell (Plug-In-Hybrid)
  • E 350e (Plug-In-Hybrid)

Mini:

  • Cooper SE Countryman ALL4 (Plug-In-Hybrid)

Mitsubishi:

  • Electric Vehicle (Elektrofahrzeug)
  • Outlander Plug-In Hybrid (Plug-In Hybrid)
  • Outlander Plug-In Hybrid, Plus (Plug-In Hybrid)
  • Outlander Plug-In Hybrid, Top (Plug-In Hybrid)

Nissan:

  • Leaf, Visia 24 kWh (Elektrofahrzeug)
  • Leaf, Visia 24 kWh mit Batteriemiete (Elektrofahrzeug)
  • Leaf, Acenta 24 kWh (Elektrofahrzeug)
  • Leaf, Acenta 24 kWh mit Batteriemiete (Elektrofahrzeug)
  • Leaf, Tekna 24 kWh (Elektrofahrzeug)
  • Leaf, Tekna 24 kWh mit Batteriemiete (Elektrofahrzeug)
  • Leaf, Acenta 30 kWh (Elektrofahrzeug)
  • Leaf, Acenta 30 kWh mit Batteriemiete (Elektrofahrzeug)
  • Leaf, Acenta 30 kWh mit Batteriemiete (Elektrofahrzeug)
  • Leaf, Tekna 30 kWh (Elektrofahrzeug)
  • Leaf, Black Edition (Elektrofahrzeug)
  • Leaf, Black Edition mit Batteriemiete (Elektrofahrzeug)
  • e-NV 200 Kastenwagen, Pro (Elektrofahrzeug)
  • e-NV 200 Kastenwagen, Pro mit Batteriemiete (Elektrofahrzeug)
  • e-NV 200 Kastenwagen, Pro+ (Elektrofahrzeug)
  • e-NV 200 Kastenwagen, Pro+ mit Batteriemiete (Elektrofahrzeug)
  • e-NV 200 Kastenwagen, Comfort (Elektrofahrzeug)
  • e-NV 200 Kastenwagen, Comfort mit Batteriemiete (Elektrofahrzeug)
  • e-NV 200 Kastenwagen, Premium (Elektrofahrzeug)
  • e-NV 200 Kastenwagen, Premium mit Batteriemiete (Elektrofahrzeug)
  • e-NV 200 Kombi, Comfort (Elektrofahrzeug)
  • e-NV 200 Kombi, Comfort mit Batteriemiete (Elektrofahrzeug)
  • e-NV 200 Kombi, Premium (Elektrofahrzeug)
  • e-NV 200 Kombi, Premium mit Batteriemiete (Elektrofahrzeug)
  • e-NV 200 Evalia, Tekna 5-Sitzer (Elektrofahrzeug)
  • e-NV 200 Evalia, Tekna 5-Sitzer mit Batteriemiete (Elektrofahrzeug)
  • e-NV 200 Evalia, Tekna 7-Sitzer (Elektrofahrzeug)
  • e-NV 200 Evalia, Tekna 7-Sitzer mit Batteriemiete (Elektrofahrzeug)

Peugeot:

  • I-on, Active (Elektrofahrzeug)
  • I-on Modell 2017 (Elektrofahrzeug)
  • Partner Electric Kastenwagen L1 (Elektrofahrzeug)
  • Partner Electric Kastenwagen L1 mit Batteriemiete (Elektrofahrzeug)
  • Partner Electric Kastenwagen L2 (Elektrofahrzeug)
  • Partner Electric Kastenwagen L2 mit Batteriemiete (Elektrofahrzeug)

Piaggio:

  • Porter Elektro (Elektrofahrzeug)

Renault:

  • Kangoo Z.E. 2-Sitzer mit Batteriemiete (Elektrofahrzeug)
  • Kangoo Maxi Z.E. 2-Sitzer mit Batteriemiete (Elektrofahrzeug)
  • Kangoo Maxi Z.E. 5-Sitzer mit Batteriemiete (Elektrofahrzeug)
  • Kangoo Maxi Z.E. Doppelkabine mit Batteriemiete (Elektrofahrzeug)
  • ZOE, Life (Elektrofahrzeug)
  • ZOE, Life mit Batteriemiete (Elektrofahrzeug)
  • ZOE, Intens (Elektrofahrzeug)
  • ZOE, Intens mit Batteriemiete (Elektrofahrzeug)
  • ZOE, Zen mit Batteriemiete (Elektrofahrzeug)

Smart:

  • fortwo electric drive coupe Modell 2012 / BR451 (Elektrofahrzeug)
  • fortwo electric drive coupe Modell 2012 / BR451 mit Batteriemiete (Elektrofahrzeug)
  • fortwo electric drive cabrio Modell 2012 / BR451 (Elektrofahrzeug)
  • fortwo electric drive cabrio Modell 2012 / BR451 mit Batteriemiete (Elektrofahrzeug)
  • fortwo coupe electric drive Modell 2017 / BR453 (Elektrofahrzeug)
  • forfour electric drive Modell 2017 / BR 453 (Elektrofahrzeug)

Streetscooter:

  • Work (B14) mit Koffer (Elektrofahrzeug)
  • Work (B14) mit Pritsche (Elektrofahrzeug)
  • Work (B14) ohne Aufbau (Elektrofahrzeug)
  • Work L (D16) mit Aufbau (Elektrofahrzeug)
  • Work L (D16) ohne Aufbau (Elektrofahrzeug)
  • Work Pure (Elektrofahrzeug)
  • Work L Pure (Elektrofahrzeug)

Tesla:

Toyota:

  • Prius Plug-In Hybrid, Comfort (Plug-In-Hybrid)
  • Prius Plug-In Hybrid, TEC-Edition (Plug-In-Hybrid)
  • Prius Plug-In Hybrid, 2017 Comfort (Plug-In-Hybrid)
  • Prius Plug-In Hybrid, 2017 Solar (Plug-In-Hybrid)
  • Prius Plug-In Hybrid, 2017 Executive (Plug-In-Hybrid)

Volkswagen:

  • e-up! (Elektrofahrzeug)
  • e-Golf (Elektrofahrzeug)
  • e-Gold Modell 2017 (Elektrofahrzeug)
  • Golf GTE (Plug-In-Hybrid)
  • Golf GTE Modell 2017 (Plug-In-Hybrid)
  • Passat GTE (Plug-In-Hybrid)
  • Passat GTE Variant (Plug-In-Hybrid)
  • e-load up! (Elektrofahrzeug)

Volvo:

  • V60 D6 Twin Engine Plug-In-Hybrid, Momentum (Plug-In-Hybrid)
  • V60 D6 Twin Engine Plug-In-Hybrid, Summum (Plug-In-Hybrid)


Stand 10.3.2017 / Die komplette Liste als PDF-Download

Wer sich wundert: Dass in der Liste nur ein Auto des Marktführers Tesla auftaucht, hat den einfachen Grund, dass der Bund eine Preisobergrenze von 60.000 Euro (bezogen auf die Netto-UVP) gesetzt hat, um die Prämie vor allem jenen einzuräumen, die vor der Elektromobilität bisher tatsächlich aus Kostengründen zurückschrecken.

Wer wird wie lange gefördert?

Wer den Umweltbonus erhalten will, muss sein Fahrzeug ab 18. Mai 2016 als Neufahrzeug erworben und zugelassen haben. Nicht nur Privatpersonen sind berechtigt, diesen Bonus zu beziehen. Auch Unternehmen, Stiftungen, Körperschaften und Vereine kommen in den Genuss der Kaufprämie. Jedoch muss stets der Antragsteller selbst als Halter eingetragen sein. Wer Dritte mit der Antragstellung betraut, muss diesen eine entsprechende Vollmacht ausstellen. Staatliche Institutionen sowie Autohersteller und deren Tochterunternehmen sind nicht antragsberechtigt. Auch ein laufendes Insolvenzverfahren schließt von der Antragstellung aus.

Die Förderung ist zudem befristet bis zum 31.12.2020. Wer es bis dahin versäumt, seinen Antrag zu stellen, geht leer aus. Auch wenn der Fördertopf vor dem genannten Zeitpunkt erschöpft ist, haben Spätentschlossene keine Möglichkeit mehr, den Bonus einzufordern.

Thema: Kaufprämie für E-Autos beantragen – so geht’s

Um die Kaufprämie zu erhalten, muss ein Antrag bei der BAFA gestellt werden. Die Antragstellung ist ausschließlich online über http://www.bafa.de/umweltbonus möglich. Kauf- oder Leasing-Vertrag müssen hierfür bereits abgeschlossen sein - oder es liegt zumindest eine verbindliche Bestellung des Fahrzeugs vor. Dieses muss selbstverständlich den Anforderungen entsprechen, also auf der oben genannten Liste aufgeführt sein.

Die Modellbezeichnung muss aus den Vertragsunterlagen ebenso hervorgehen, wie der ausgewiesene Eigenanteil des Herstellers. Je nach Fahrzeugtyp beträgt dieser 1.500 Euro bei Hybrid- und 2.000 Euro bei Elektrofahrzeugen. Ebenfalls muss der Netto-Kaufpreis des Automobils im Vertrag festgeschrieben sein. Gesondert davon müssen Extras ausgewiesen werden. Bei Leasing-Fahrzeugen muss zusätzlich die Leasing-Rate ohne Abzug des Umweltbonus in den Unterlagen ersichtlich sein – entweder direkt im Vertrag oder in den Anlagen.

Ist der Antrag vollständig eingegangen und geprüft, hat der Fahrzeughalter neun Monate Zeit, um das Auto auf sich zuzulassen. Nun muss ein Verwendungsnachweis erbracht werden. Hierfür räumt die BAFA die Frist von einem weiteren Monat ein, um eine Kopie der Rechnung sowie der vollständigen Fahrzeugpapiere (Zulassungsbescheinigung I + II) einzureichen. Ist dies erfolgt, gibt es ein Formular in digitaler Form (Verwendungsnachweiserklärung), welches auszudrucken, handschriftlich zu unterschreiben und in wieder digitalisierter Form per Upload an die BAFA zu übermitteln ist. Sind all diese Schritte erfolgreich erledigt, trägt auch der Staat seinen Anteil zur Förderung der eigenen „grünen Mobilität“ bei.

Wo liegen die Probleme?

Kritiker bringen immer wieder die fehlende Reichweite der elektrisch betriebenen Fahrzeuge ins Spiel. Noch können die vorhandenen Zapfsäulen für Elektromobile keine flächendeckende Versorgung gewährleisten. Zwar kann das Auto auch über Nacht an gewöhnlichen Haushaltssteckdosen geladen werden, doch zum Beispiel bei Urlaubsreisen kommen die wenigsten mit der aktuell durchschnittlichen Reichweite von 300 Kilometern ans Ziel. So müssen die Fahrten besser geplant werden. Längere Zwangspausen zum Tanken wollen einkalkuliert sein. Obwohl viele Hersteller mittlerweile auch Schnellladefunktionen für ihre Fahrzeuge anbieten, kosten diese oft einen Aufpreis. Auch die Kosten je schneller Aufladung sind um einiges höher, als wenn der Strom an gewöhnlichen Ladestationen bezogen wird. Während hier die Ausgaben pro Kilowattstunde bei etwa 30 Cent liegen, muss der Fahrer an den „Turbozapfsäulen“ schon gute 56 Cent lassen. Damit stehen die Kosten je 100 Kilometer auch bei verbrauchsarmen Elektroautos, welche nur 11 Kilowattstunden benötigen, denen eines günstigen Benziners in kaum etwas nach. 

Infografik: Deutsche Kaufprämie floppt | Statista

Warum der E-Mobilität die Zukunft gehört

Als Zukunftstechnologie verspricht die Elektromobilität konstant neue Innovationen, sei es bezüglich der Ladetechnologien, der Akkus oder der Reichweite. Auch die Infrastruktur profitiert seit dem Beschluss des Umweltbonusses von einem Finanzierungsschub: In den Ausbau der E-Tankstellen sollen 300 Millionen Euro fließen. So sollen ein Drittel der Summe für gewöhnliche Ladestationen und ganze zwei Drittel zum Ausbau von Schnellladestationen aufgewendet werden. Zusätzlich kündigten die Automobilhersteller an, ab diesem Jahr 400 öffentliche Tankplätze bereitzustellen.

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