Diese Elektroautos werden gefördert

27.04.2016 - 10:16 Uhr von Gerd Stegmaier
27.04.2016

Die Bundesregierung und die Autoindustrie haben sich auf eine Kaufprämie in Höhe von 4.000 Euro für Elektroautos geeinigt. Diese Modelle werden gefördert.

Renault ZOE Knuffiges Elektroauto auf Clio-Basis. Größere
Reichweite als der BMW i3, günstiger Preis. Leistung: 65 kW, Akku:
22 kWh, Tempo 135 km/h, Reichweite: 210 km Preis: ab 21.500 Euro
zzgl. Batteriemiete
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Renault ZOE Knuffiges Elektroauto auf Clio-Basis. Größere Reichweite als der BMW i3, günstiger Preis. Leistung: 65 kW, Akku: 22 kWh, Tempo 135 km/h, Reichweite: 210 km Preis: ab 21.500 Euro zzgl. Batteriemiete

© auto motor und sport

Mit 4000 Euro fällt die E-Auto-Förderung um 1.000 Euro geringer aus als ursprünglich geplant, dafür soll die Prämie bereits ab Mai gelten.

Hier die wichtigsten Fakten zur E-Auto-Förderung

  • Kaufprämie für Elektroautos: 4.000 Euro (ab 2018: 3.000 Euro)
  • Kaufprämie für Hybrid-Modelle sowie Brennstoffzellen-Fahrzeuge: 3.000 Euro (ab 2018: 2.000 Euro)
  • Keine Prämie erhalten Hybrid-Fahrzeuge ohne externe Lademöglichkeiten
  • Maximaler Fahrzeugpreis für die Prämie: 60.000 Euro
  • Start der Prämien-Auszahlung: Kabinettsbeschluss ab Mai 2016
  • Höhe des Prämientopfes: 1,2 Mrd. Euro (50% trägt der Bund, 50% die Autoindustrie)
  • Maximale Laufzeit der Förderung: Bis 2019 bzw. bis der Fördertopf leer ist
  • Aktuell beteiligen sich BMW, Daimler, Volkswagen sowie Renault und Nissan an der Prämie. Anderen Autohersteller können sich ebenfalls an dem Programm beteiligen, denn nur wenn der Hersteller die Hälfte übernimmt bekommt der Käufer eine Prämie.
  • Die Abwicklung der Prämie erfolgt direkt beim Kauf über den Hersteller

E-Auto-Prämie auch für Plug-in-Hybride

Die Prämie wird nach dem Windhundverfahren ausbezahlt, wie es schon 2009 bei der Abwrackprämie galt. Heißt: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Ist die Summe aufgebraucht, gibt es keine Prämie mehr. Auf Elektroautos bezogen wäre dann bereits nach 240.000 Fahrzeugen Schluss, bezieht man Plug-in-Hybride mit ein, könnten davon beispielsweise der Kauf von 150.000 Fahrzeugen bezuschusst werden sowie 150.000 rein elektrisch betriebene Autos. Für Luxusautos, die mehr als 60.000 Euro kosten, soll es überhaupt keine Förderung geben.

Nach dem Willen der Bundesregierung sollen bis 2020 eine Millionen Elektroautos über deutsche Straßen rollen, aber aktuell sind es noch immer weniger als 50.000. Ebenfalls zum E-Auto-Paket des Autogipfels gehört, dass 100 Millionen Euro für die öffentliche Beschaffung von E-Autos für den Bund bereitgestellt. Ziel soll mindestens ein Elektroautoanteil von 20 % sein.

Zudem sieht der Autogipfel die Förderung des Baus von Lade-Stationen mit weiteren 300 Millionen Euro bis 2020 vor, davon 200 Millionen für Schnellladestationen. Dass eine gute Infrastruktur für E-Autos die erfolgversprechendere Förderung sein könnte, lässt sich an Tesla ablesen. Der US-Hersteller bietet seinen Kunden selbst in Europa kostenloses Aufladen ihrer Teslas an einem eigenen Netz von Ladestationen an. Und das erschwingliche Model 3 löste bei seiner Vorstellung einen nie gekannten Hype aus: Rund 400.000 Vorbestellungen liegen bereits vor, obwohl noch niemand das Auto fahren konnte. Hier finden Sie alles zum Model 3 und seinen Konkurrenten.

Plug-in-Hybride könnten die großen Gewinner sein

Angesichts dessen, dass auch Plug-in-Hybride (Marktüberblick in der Bildergalerie) förderungsberechtigt wären, könnte die E-Auto-Prämie vor allem für diese eigentlich als Brückentechnologie eingeschätzte Antriebstechnik größere Stückzahlen bringen: Die großen deutschen Hersteller haben bereits bezahlbare Modelle in der Mittelklasse am Start und im Alltag fordern sie dank ihres Verbrennungsmotors keine Zugeständnisse bei der Reichweite und bei etlichen Herstellern hat eine Gleich-Preis-Politik im Vergleich zu ähnlich starken Benzinern Einzug gehalten.

Quelle: 2016 Motor-Presse Stuttgart
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