Top 10: Die erfolgreichsten Elektroautos weltweit

11.12.2015 - 09:00 Uhr von Lukas Lauterbach
11.12.2015

Wer trifft den Nerv einer globalen Kundschaft und hat im Geschäft mit der E-Mobilität gerade die Nase vorn? Wir haben das Ranking der zehn weltweiten Topseller 2015 zusammengestellt.

Der Nissan Leaf ist mit weltweit meistgekaufte Elektroauto im Jahr 2015.
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Der Nissan Leaf ist mit weltweit meistgekaufte Elektroauto im Jahr 2015.

 © Nissan

Ende des ersten Quartals 2015 waren weltweit etwa 740.000 Elektroutos zugelassen. Angesichts der ungefähren Gesamtzahl von 1,2 Milliarden Autos ist das kein Boom. Prognosen sagen jedoch für die Zukunft einen ständig wachsenden Absatzmarkt voraus. 

Das Regelwerk

Teilnahmeberechtigt an unserer Elektroauto-Hitparade sind ausschließlich PKW, die nach deutscher Rechtsnorm als Elektrofahrzeuge gelten, dazu zählen zwar auch die sogenannten Plug-In-Hybriden (PHEV), die wir hier aber nicht weiter beachten. Alle genannten Verkaufszahlen beziehen sich auf das erste Quartal 2015. Eine Übersicht der Topseller in Deutschland mit weiteren Details zu den einzelnen Fahrzeugen finde Sie hier.

Platz 10: Volkswagen Golf GTE

Neben dem bekannteren e-Golf bietet VW mit dem GTE auch eine Plug-In-Variante des Dauerbrenners Golf an. Mit diesem Angebot hat der Konzern die Zielgruppe der umweltbewussten Wenig- und Kurzstreckenfahrer ins Visier genommen. Die Ladekapazität der Batterie beträgt 8,7 kWh und soll genug Strom für rund 50 Kilometer im reinen Elektrobetrieb liefern. Danach springt der 150 PS starke 1.4 TSI Benzinmotor an und verbraucht 5,1 Liter Sprit auf 100 Kilometer. Verglichen mit anderen Benzinspar-Autos ist das ein mittelmäßiger Wert. Daher kann der GTE nur im innerstädtischen Bereich und auf der Kurzstrecke sein umweltschonendes Potenzial ausspielen. Bei dem stolzen Preis von 36.900 Euro verwundert es nicht, dass VW im ersten Quartal 2015 weltweit nur 442 Golf GTE absetzen konnte. Das Schlusslicht in unserem Ranking.

Platz 9: Toyota Prius Plug-In-Hybrid

Der Plug-In-Hybrid des japanischen Automobilherstellers Toyota kann mit der technischen Entwicklung seiner Konkurrenten nicht wirklich Schritt halten. Im rein elektrischen Betrieb beträgt die Reichweite bloß 20 Kilometer. Ab diesem Punkt schaltet sich bereits der Benzinmotor zu. Auch die im Elektrobetrieb gedrosselte Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h kann nicht überzeugen. Im Hinblick auf diese Eckdaten stellt der Toyota Prius Plug-In-Hybrid nur für echte Kurzstrecken-Pendler eine Alternative zum herkömmlichen PKW dar. Angesichts des Preises von 36.200 Euro und mäßigen Leistungswerten wundert es, dass Toyota im ersten Quartal 2015 dennoch 719 Käufer für seinen Prius Plug-In-Hybrid gefunden hat.

Platz 8: Chevrolet Volt 1

Der Plug-In-Hybrid des amerikanischen Autokonzerns General Motors hat ein prominentes Schwestermodell: Den Opel Ampera. Beide Fahrzeuge sind technisch identisch. Das Antriebskonzept des Chevrolet Volt ist ganz auf die Bedürfnisse des amerikanischen Durchschnitts-Pendlers ausgelegt. Dieser legt am Tag statistisch eine Strecke von 53 Kilometern zurück Das entspricht ziemlich genau der Strecke, die der Plug-In-Hybrid im reinen Elektrobetrieb bewältigen kann. Ist die Batterie leer, springt der 1,4-Liter-4-Zylinder-Benzin-Motor helfend ein. Zum Preis von 32.000 Euro ist der Chevrolet Volt auch in Deutschland erhältlich. Das  baugleiche Geschwisterpaar von Opel und Chevrolet kämpft mit schwindenden Absatzzahlen: Im ersten Quartal 2015 wurden weltweit nur 749 Chevrolet Volt verkauft.

Platz 7: Renault Zoe

Weltweit nur auf Rang sieben, in Deutschland aber an erster Stelle. Die Kompaktlimousine aus Frankreich ist hierzulande beliebter als die E-Autos einheimischer Hersteller. Im Jahr 2014 wurde Renault mit deutschlandweit 2317 verkauften Modellen die unangefochtene Nummer 1 bei Elektrofahrzeugen. Grund hierfür könnte Renaults Konzept der Leasingbatterie sein. Die Basisversion des Zoe kostet ohne Batterie 21.390 Euro. Parallel zum Autokauf schließt man einen Leasingvertrag in Höhe von 79,- Euro monatlich für die Batterie ab. Verliert die Batterie nach Jahren an Ladekapazität, wird sie von Renault gegen eine Neue ausgetauscht. Auch technisch macht der Zoe eine gute Figur: Mit einer Batterie-Ladekapazität von 22 kWh sind 210 Kilometer Reichweite möglich. Im ersten Quartal 2015 wurden weltweit 1.349 Exemplare von dem beliebten Franzosen verkauft.

Platz 6: Volkswagen e-Golf

Der Klassiker mit neuem Antrieb. Mit der elektrischen Variante seines Erfolgsmodells bewegt sich Volkswagen in sicherem Fahrwasser. Äußerlich gleichen sich Elektro- und Benzin-Golf bis ins Detail: Eine ideale Voraussetzung für hohe Kundenakzeptanz. Beim Innenleben des e-Golf setzt VW auf einen Elektromotor mit 85 kW (115 PS). Die Batterie-Ladekapazität von 24,2 Kilowattstunden verschafft dem e-Golf unter Idealbedingungen eine Reichweite von 190 Kilometern. Mit einem Anschaffungspreis von 36.730 Euro ist der e-Golf allerdings deutlich teurer als sein benzingetriebener Bruder. Das konnte aber 1.299 treue VW-Kunden im ersten Quartal 2015 anscheinend nicht abschrecken. Sie verhalfen dem e-Golf zu einem ordentlichen Platz im Mittelfeld unserer Liste.

Platz 5: BMW i3

Mit dem BMW i3 schafft es das erste E-Auto deutscher Herkunft auf diese Liste. Dem Problem des hohen Batteriegewichts setzt BMW eine extrem leichte Bauweise entgegen: Das Fahrgestell bestehet aus Aluminium und die Fahrgastzelle aus kohlefaserverstärktem Kunststoff (CFK). Mit einer Batterie-Ladekapazität von 18,8 kWh hat der BMW i3 laut Hersteller eine Reichweite von 190 Kilometern. Verschiedene Praxistests haben allerdings kürzere Reichweiten von 130 bis 160 Kilometern ergeben. Mit einem Preis von 35.700 Euro ist der BMW i3 nicht gerade günstig, zeichnet sich aber in punkto Nachhaltigkeit durch die Verwendung recycelter Materialien positiv aus. Mit 2.012 verkauften Exemplaren im ersten Quartal 2015 liegt der BMW i3 im guten Mittelfeld unseres Rankings.

Platz 4: BYD Qin

Im Jahr 2012 wurde der hierzulande relativ unbekannte Plug-In-Hybrid des chinesischen Automobilherstellers BYD Auto auf der Beijing International Auto Exhibition vorgestellt. Aufgrund der hohen Luftverschmutzung chinesischer Großstädte werden umweltschonende E- oder Hybridautos staatlich gefördert. Von den rund 24.000 Euro Anschaffungskosten für einen BYD Qin übernimmt der Staat 4.600 Euro. Der Mittelklassewagen hat im reinen Elektrobetrieb rund 70 Kilometer Reichweite. Die meisten der 2.476 im ersten Quartal 2015 verkauften BYD Qin fahren auf Chinas Straßen. Damit reicht es für den vierten Platz in unserem Ranking.

Platz 3: Mitsubishi Outlander PHEV

Mit dem japanischen SUV hat es also auch ein Plug-In-Hybrid auf das Podest geschafft. Das Konzept wird alle umweltbewussten Langstreckenfahrer überzeugen. Angetrieben von zwei Elektromotoren und einem Verbrennungsmotor ist eine beachtliche Reichweite von 830 Kilometern möglich. Im rein elektrischen Betrieb schafft der Outlander noch 120 Kilometer – ausreichend für alle Stadt- und kurze Überlandfahrten. Im Fahrbetrieb kann zwischen drei verschiedenen Antriebsmodi gewählt werden. Damit ist bei Langstreckenfahrten (laut Herstellerangaben) der Spritverbrauch extrem niedrig: Mit nur 1,9 Liter auf 100 Kilometer bietet der Outlander eine umweltschonende Alternative zum herkömmlichen PKW. Obwohl Mitsubishi bereits mehrmals die Preise gesenkt hat, kostet der Outlander immer noch stolze 39.990 Euro. Im ersten Quartal 2015 waren weltweit 5.196 Autofahrer bereit, diese Summe zu zahlen.

Platz 2: Tesla Model S

Wenn es nur um die Reichweite ginge, wäre der US-Hersteller Tesla absolut konkurrenzlos. Die leistungsstarke Batterie im Model S hat eine Ladekapazität von 85 Kilowattstunden. Mit so viel E-Power ausgestattet, muss die luxuriöse Elektrolimousine erst nach rund 500 Kilometern wieder an die Steckdose. Unternehmensgründer Elon Musk hat die E-Mobilität zur Glaubensfrage erklärt und will die Welt vom Verbrennungsmotor befreien. Dafür überzieht er die USA und Europa mit einem Netz von (für Tesla-Besitzer kostenfreien) Schnellladestationen. Trotz der happigen Kosten von 75.000 Euro aufwärts, konnte sich Tesla einen wohlverdienten zweiten Platz erkämpfen. Absolut zu Recht mit weltweit 5.626 verkauften Model S Limousinen im ersten Quartal 2015.

Platz 1: Nissan Leaf

Der japanische Hersteller Nissan macht es vor: Mit seinem Modell Leaf hat er weltweit Maßstäbe gesetzt. Als erstes in großen Stückzahlen produziertes Serien-Elektroauto verteidigt der Leaf seit Jahren seine Spitzenposition. Familientauglich, komfortabel und benutzerfreundlich. Mit einem Anschaffungspreis von 28.560 Euro bewegt sich das unprätentiöse E-Mobil in der mittleren Preisklasse. Die Batterie verfügt über eine Ladekapazität von 24 Kilowattstunden und liefert genug Strom für rund 200 Kilometer Fahrt. Im ersten Quartal 2015 verkaufte Nissan weltweit 6.484 Exemplare des beliebten E-Autos: Damit landet der Nissan Leaf souverän auf dem ersten Platz.

Quelle der hier genannten Zahlen ist die am 01. Mai 2015 veröffentlichte (englischsprachige) Verkaufsstatistik von EV Sale.

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