Mercedes SL (2021) erwischt

24.04.2019 - 10:33 Uhr von Jochen Knecht
24.04.2019

Lange wurde bereits über eine Zusammenführung von Mercedes SL und AMG GT spekuliert. Jetzt wird die Sache langsam klarer: Am Vorabend der New York Auto Show 2019 bestätigte AMG-Chef Tobias Moers offiziell, dass die nächste Mercedes SL-Generation komplett in Affalterbach entwickelt wird.

2021 kommt der neue Mercedes SL auf den Markt. Er wird dank
seiner neuen Sportwagen-Plattform deutlich leichter.
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2021 kommt der neue Mercedes SL auf den Markt. Er wird dank seiner neuen Sportwagen-Plattform deutlich leichter.

© Schulte

Bereits vor einigen Wochen kündigt der AMG-Boss auch an, bereits 2019 werden erste Prototypen auf der Straße zu sehen sein. Nun ist es soweit: Unser Erlkönig-Jäger hat den ersten Versuchsträger abgeschossen. Unter der Karosserie der Mercedes E-Klasse testen die Stuttgarter Technik-Komponenten. Der Erlkönig zeigt sich mit einer stark gekürzten Karosserie insbesondere im Bereich der hinteren Türen. Der Radstand scheint ebenfalls verändert, so richtig passen die Räder nicht in die Radkästen, dazu deuten die ausgestellten Kotfügel auf eine größere Spurweite hin.

Der neue Mercedes SL soll nach Angaben von Moers deutlich sportlicher werden, als das aktuelle Modell, wobei der Fokus dennoch auf Komfort und Cruising-Eigenschaften liege. Um zu verhindern, dass sich AMG GT und SL künftig gegenseitig in die Parade fahren, sollen sich beide auf der gleichen Plattform unterschiedlich entwickeln: Der SL in Richtung sportlicher 2+2-Sitzer mit Stoffdach, der AMG GT noch mehr in Richtung kompromissloser Sportler.

SL und AMG GT auf gleicher Plattform

Unter der modifizierten Karosserie dürfte die neue Modulare Sportwagen-Architektur verbaut sein, die unter anderem mit einem größere Aluminium-Anteil aufwarten wird. Mercedes SL und der kommende Mercedes-AMG GT teilen sich die neue Plattform.

Klar ist: Es geht nach wie vor um maximale Flexibilität und Leichtbau. Und zwar sowohl in Sachen Antrieb als auch beim Thema Karosserieformen.

Beim Thema Antrieb wird’s knifflig. AMG steht für Fahrmaschinen mit klassischem Zuschnitt, die ersten echten Hybrid-Ausflüge kommen erst Ende 2019. Klar ist aber auch, dass AMG auf lange Sicht nicht um das Thema Elektrifizierung herum kommt. Das weiß auch AMG-Chef Moers, der dazu lediglich zu Protokoll gibt, dass auch an einem vollelektrischen AMG „irgendwann kein Weg vorbei führe“.

SL ohne V12?

Wir können deshalb davon ausgehen, dass die von AMG entwickelte und für die neue Generation modifizierte MSA-Plattform vom klassischen Verbrenner bis hin zum kompletten Elektroantrieb die maximale Flexibilität bieten wird. Als AMG-SL dürfte der Roadster dann mit zwei Ausführungen des 4,0-Liter-Biturbo-V8 mit bis zu 608 PS an den Start gehen. Den V12-Motor beim AMG wird es indes nicht mehr geben. Die Basismotorisierung wird sicher ein Dreiliter-Biturbo-Reihensechszylinder mit 365 und 430 PS bilden.

Das Grund-Layout der Plattform mit dem hinten verbauten Getriebe und dem Frontmotor inklusive Karbon-Kardanwelle lässt sich ohne Probleme elektrifizieren. Los geht es ziemlich sicher mit einer 48-Volt-Elektro-Architektur und Hybridantrieben sowohl für SL also auch für AMG GT und sämtliche Derivate. Kommt also auch ein Elektro-SL? Schau'n mer mal.

Fix dürfte sein, dass der neue SL deutlich leichter ausfallen wird. Je nach Antriebsart kommt der Roadster mit seinem Stoffdach dann auf unter 1,7 Tonnen. Der aktuelle R231 wiegt zwischen 1.730 und 1.845 Kilogramm.

Quelle: 2019 Motor-Presse Stuttgart
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