Berlins Doppeldecker fahren bald mit Strom

09.08.2018 - 13:30 Uhr von S. Brandenburg
09.08.2018

In Berlin haben sich drei Firmen zusammengeschlossen, um die alten Doppeldecker für Touristentouren zu elektrifizieren.

Statt neuer E-Busse alte Dieselbusse umrüsten: das ist die Idee
einer neuen Initiative in Berlin.
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Statt neuer E-Busse alte Dieselbusse umrüsten: das ist die Idee einer neuen Initiative in Berlin.

 © Tassima

In Berlin gehören die alten Doppeldecker, mit denen Touristen die Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt erkunden, seit langem zum Stadtbild. Während sich die alten Busse wegen ihrer Optik großer Beliebtheit erfreuen, sind der Lärm und die Abgase der alten Dieselmotoren nicht mehr zeitgemäß. Nun wollen die Betreiber die Touristenbusse auf Elektroantrieb umrüsten lassen. 

Dafür haben sich die drei Unternehmen Tassima, Ziehl-Abegg und IAV als Projektpartner zusammengetan. Im Auftrag der Busbetreiber werden sie die alten Busmodelle mit einem emissionsfreien und nahezu geräuschlosen Elektroantrieb ausrüsten. Die ersten Doppeldecker-Busse sollen bereits im kommenden Jahr elektrifiziert werden, 2020 könnte die Zahl der umgerüsteten Fahrzeuge bereits 100 betragen. Aktuell errichtet der neugegründete Fahrzeugaufbauer Tassima, hinter dem u.a. der Bustourenanbieter Berlin City Tour (BCT) steht, dafür im brandenburgischen Ragow eine große Fertigungshalle.

Alte Busse mit neuer elektrischer Antriebsachse

Der Zulieferer Ziehl-Abegg wird eine elektrische Antriebsachse mit in die Radnaben integrierten Elektromotoren bereitstellen, die nach Unternehmensangaben eine effiziente Umrüstung alter Dieselbusse erlaube. Wer die anvisierte 150 kWh Batterie liefert, die im Motorraum untergebracht werden soll, ist offenbar noch nicht entschieden. Angestrebt wird eine Reichweite von rund 120 Kilometern.

„Elektrisch angetriebene Busse sind eine interessante Alternative im innerstädtischen Verkehr. IAV verfügt über langjährige Erfahrung in der Entwicklung von E-Antrieben, der Elektronik und der Integration einzelner Komponenten in das Gesamtsystem. Gemeinsam mit den Partnern bringen wir unsere Engineering-Kompetenz in das Projekt ein. Unser Ansporn ist klar: Wir wollen einen spürbaren Beitrag zu einer sauberen, abgasfreien Mobilität in der Stadt leisten“, so Utz-Jens Beister, Leiter Produktgeschäft bei IAV.

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