Studie: Elektroautos könnten deutsche Wirtschaft ankurbeln

12.10.2017 - 17:00 Uhr
12.10.2017

Der Wandel in der Fahrzeugbranche hin zu Elektroautos könnte Wachstum für die deutsche Wirtschaft bedeuten, birgt allerdings auch große Herausforderungen. Wie eine Studie im Auftrag der European Climate Foundation ergab, könnten die Gesamtkosten für Elektroautos und Autos mit Verbrennungsmotor bis 2030 annähernd gleich sein.

Der Wandel in der Fahrzeugbranche hin zu Elektroautos könnte
einer Studie zufolge Wachstum für die deutsche Wirtschaft bedeuten,
birgt allerdings auch große Herausforderungen.
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Der Wandel in der Fahrzeugbranche hin zu Elektroautos könnte einer Studie zufolge Wachstum für die deutsche Wirtschaft bedeuten, birgt allerdings auch große Herausforderungen.

 © Sebastian Gollnow - dpa/AFP/Archiv

Die Forscher sammelten für die heute in Berlin vorgestellte Studie im Auftrag der European Climate Foundation Informationen aus der Autoindustrie, von Gewerkschaften, Verbraucher- und Umweltverbänden sowie Energieversorgern. Sie prognostizieren, dass der Anteil der Autos mit Verbrennungsmotor relativ schnell von 99 Prozent im Jahr 2015 auf nur noch 21 Prozent im Jahr 2030 sinkt. An ihre Stelle treten demnach zunächst vor allem Autos mit Hybrid-Antrieben. Milliardeninvestitionen ins Stromnetz und Ladesäulen seien nötig, damit 2030 schließlich ein Anteil reiner Elektroautos von zehn Prozent erreicht werden könne.

Wesentlich weniger Feinstaubbelastung

Der Anstieg der alternativen Antriebe habe signifikante Auswirkungen für den Umweltschutz, schreiben die Forscher. Zum einen könnten die CO2-Emissionen aller Autos in Deutschland von insgesamt 99 Millionen Tonnen im Jahr 2017 auf zwölf Millionen Tonnen im Jahr 2050 fallen. Zum anderen sei eine Verringerung der Feinstaubemission von 5000 Tonnen auf unter 500 Tonnen möglich. Philipp Ellett vom Verband der Automobilindustrie (VDA) erklärte, dass das Ziel eines umweltfreundlichen Verkehrs möglich sei, der Verkehr jedoch in seiner Gesamtheit betrachtet werden müsse. Die Autoindustrie allein könne den Wandel nicht erreichen.

Kolossalen Umwälzungen mit Gewinnern und Verlierern

Christian Brunkhorst von der Gewerkschaft IG Metall erklärte, dass Arbeitsplätze vor allem in der Zuliefererindustrie verloren gehen würden. "Wir müssen daher erreichen, dass neue Komponenten und Fahrzeuge in Deutschland entwickelt und produziert werden". Dietmar Oeliger vom Naturschutzbund Deutschland (NABU) erklärte, dass es bei solch kolossalen Umwälzungen immer Gewinner und Verlierer geben werde. "Besonders fahrlässig wäre es, sich nicht auf die notwendigen Veränderungen einzustellen, sondern an überkommenen Strukturen unnötig lange festzuhalten."

Quelle: 2017 AFP
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