Merkel verabschiedet sich von Elektroauto-Ziel

18.05.2017 - 11:45 Uhr
18.05.2017

Die Bundesregierung wollte bis 2020 eine Million Elektroautos auf die deutschen Straßen bringen. Am Montag hatte sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) von dieser Zielmarke verabschiedet.

Elektroautos an öffentlichen Ladesäulen mit Strom aufzutanken,
ist einer Untersuchung zufolge kompliziert und oftmals recht teuer.
Wie ein Ladesäulen-Check im Auftrag des Energieunternehmens
Lichtblick ergab, sind die Tarifstrukturen für Verbraucher nur
schwer zu durchschauen.
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Elektroautos an öffentlichen Ladesäulen mit Strom aufzutanken, ist einer Untersuchung zufolge kompliziert und oftmals recht teuer. Wie ein Ladesäulen-Check im Auftrag des Energieunternehmens Lichtblick ergab, sind die Tarifstrukturen für Verbraucher nur schwer zu durchschauen.

 © Soeren Stache - dpa/AFP/Archiv

"So wie es im Augenblick aussieht, werden wir dieses Ziel nicht erreichen", erklärte die Bundeskanzlerin bei einem Arbeitnehmerkongress der Unionsfraktion in Berlin. Merkel zufolge besteht aber noch die Möglichkeit, dass sich der Durchbruch des Elektroautos - ähnlich wie im Fall des Smartphones - "ab einem bestimmten Punkt plötzlich exponenziell" vollzieht. Es sei schwierig, die Geschwindigkeit von Veränderungen vorherzusehen.

Infografik: Merkel rückt von Elektroauto-Ziel ab | Statista

Die Grünen werfen der Bundesregierung ein Scheitern beim Ausbau der Elektromobilität vor. "Das Verpassen der E-Auto-Ziele ist keine Lappalie, es gefährdet den wichtigsten Industriesektor Deutschlands", erklärte der Grünen-Fraktionsvorsitzende Anton Hofreiter am Dienstag. Der Ausbau der Ladeinfrastruktur sei verschleppt, die Kaufprämie für Elektroautos miserabel ausgestaltet worden. Tatsächlich wurde die von der Bundesregierung ausgelobte Kaufprämie von 4000 Euro für reine E-Autos beziehungsweise 3000 Euro für Hybridfahrzeuge bisher kaum genutzt. Aus dem Fördertopf von 1,2 Milliarden Euro wurde seit Juli 2016 nur knapp die Hälfte abgerufen.

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Hofreiter erklärte, die Bundesregierung gefährde "durch ihre Untätigkeit hunderttausende Arbeitsplätze" und schädige den Klima- und Gesundheitsschutz. Durch die Politik der großen Koalition "verliert das Autoland Deutschland den internationalen Anschluss an die Vorreiter der Elektromobilität", kritisierte er. Der Grünen-Fraktionsvorsitzende forderte die Bundesregierung auf, den Umstieg zu E-Autos "zur obersten Priorität der Industriepolitik" zu machen.

Quelle: 2017 AFP
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