Tesla Model 3: Erste Autos ausgeliefert

31.07.2017 - 08:52 Uhr von Holger Wittich
31.07.2017

Am Freitag wurden die ersten Tesla Model 3 an ausgewählte Kunden übergeben. Die Details zum neuen Tesla Model 3 im Überblick.

Am Freitag (28.07.2017) wurden die ersten Tesla Model 3 im Rahmen einer "Übergabe-Party" an ausgewählte Kunden ausgeliefert.
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Am Freitag (28.07.2017) wurden die ersten Tesla Model 3 im Rahmen einer "Übergabe-Party" an ausgewählte Kunden ausgeliefert.

© Tesla

Die ersten 30 Fahrzeuge wurden am Freitag (28.7.) im Rahmen eines Events an ausgewählte Kunden ausgeliefert. Zu Beginn wird es zwei Versionen geben: Ein Model 3 mit „Standard-Batterie“ und 354 Kilometern Reichweite nach EPA (United States Environmental Protection Agency) und ein Upgrade auf die „Langstrecken-Batterie“ mit 499 Kilometern EPA-Reichweite.

Standard-Batterie

  • Grundpreis: 35.000 US-Dollar
  • Reichweite: 354 km (EPA)
  • Supercharger: 209 km in 30 Minuten
  • 0–100 km/h: 5,6 Sekunden
  • Höchstgeschwindigkeit: 209 km/h

Langstrecken-Batterie

  • Grundpreis: 44.000 US-Dollar
  • Reichweite: 499 km (EPA)
  • Supercharger: 274 km in 30 Minuten
  • 0–100 km/h: 5,1 Sekunden
  • Höchstgeschwindigkeit: 225 km/h

Aktuell sollen vom Tesla Model 3 rund 400.000 Vorbestellungen vorliegen, entsprechend beträgt die Wartezeit auf den Stromer mehr als ein Jahr. Im Juli werden 30 Fahrzeuge gebaut, dann steigert Tesla langsam die Taktzahl. Im August sollen 100 Model 3 vom Band rollen, im September will Tesla 1.500 Modelle produzieren und im Dezember 2017 dann 20.000 Fahrzeuge monatlich bauen. Für das Jahr 2018 will das Unternehmen 500.000 Einheiten fertigen, aktuelle liegt die Quote bei rund 100.000 Fahrzeugen.

Nach Mitteilung von Elon Musk via Twitter hat Tesla am 7.7.2017 die Serienproduktion des kompakten Elektroautos aufgenommen. Das „SN1“ genannte Modell, also das erste Serienfahrzeug, ist bereits vom Band und in die Garage von Tesla-Chef Elon Musk gerollt. Damit liegt der E-Autobauer im Vergleich zu den Verzögerungen bei der Einführung des Model X im Zeitplan.

Tesla Model 3 muss ein Erfolg werden

Rückblick zum März 2016: Erstmals campierten weltweit Menschen vor einem Autohaus, um bei der Anzahlung für ein Auto die Nase vorne zu haben. Einem Auto, das bis dato noch niemand gesehen hatte. Den arrivierten Autobauern dürften diese Szene die Tränen in die Augen treiben. Elon Musk eher nicht. Der charismatische Tesla-Boss spielte mit der Begeisterung der Tesla-Fans, als seien diese ein Musikinstrument. Die Jünger des ersten iPhones kennen das noch vom legendären Steve Jobs. Und so wundert es eben nicht, dass sich pünktlich zu Öffnung der Orderbücher am 31.3.2016 für das neue Tesla Model 3 eben weltweit Schlangen vor den Tesla-Niederlassungen bildeten. First come, first serve.

35.000 US-Dollar wird das Tesla Model 3 kosten

Immerhin haben die Leute nach der Weltpremiere am 31.3.2016 mal eine Idee davon, wofür sie denn da gerade 1.000 Dollar angezahlt haben. Ein gefällig gezeichnetes Mittelklasse-Auto, das sich optisch brav zwischen Model X und Model S einsortiert. Das Model 3 ist 4,70 Meter lang, 1,85 Meter breit und 1,44 Meter hoch. Der Radstand wird mit 2,87 Meter angegeben. Das Kofferraumvolumen soll nach US-Norm bei 425 Liter liegen, das Gewicht beträgt in der Basisversion 1,6 Tonnen.

Die Preise beginnen bei 35.000 Dollar. Damit liegt das Tesla Model 3 zwar deutlich über dem durchschnittlichen US-Neuwagenpreis von 31.000 US-Dollar, allerdings reduziert sich der Kaufpreis – zumindest in den USA – durch eine Steuergutschrift in Höhe von 7.500 Dollar sowie durch weitere Kaufprämien – zwischen 2.000 und 6.000 Dollar, je nach US-Bundesstaat. Natürlich soll das Model 3 eine Fünf-Sterne-Wertung in allen Sicherheitsbereichen einfahren. Maximal wird es einen Akku mit 75 kWh im Model 3 geben, die Standardversion rollt mit 60 Kilowattstunden an den Start. Und: Alle Model 3 kommen auch mit dem Autopilot-Modus, der die Teslas halbautonom fahren lässt. Alle Fahrzeuge tragen ab Werk dafür standardmäßig acht Kameras und zahlreiche Sensoren. Zunächst werden aber nur die Fahrassistenz-Funktionen aktiviert, die Software zum autonomen Fahren soll es später als Update geben. Die Assistenzfunktionen sollen 5.000 Dollar kosten, der Autopilot weitere 3.000 Dollar. Jede Farbe außer schwarz kostet 1.000 Dollar Aufpreis. Ein Premium-Ausstattungspaket kostet 5.000 Dollar. Mit allen Optionen kommt das Model 3 so auf fast 60.000 Dollar. Auf das Fahrzeug gibt Tesla 4 Jahre/50.000 Meilen Garantie, auf die Batterie sogar 8 Jahre und bis zu 120.000 Meilen.

Besonderen Wert legte Musk bei der Präsentation auf das riesige Glasdach, dem angeblich größten in der Klasse, und die Tatsache, dass „im Model 3 fünf Erwachsene komfortabel sitzen können! Wir wollen, dass sich die Leute in ihr Auto verlieben und sich darauf freuen es zu fahren“, so Musk.

Serienmäßig rollt das Model 3 auf 18-Zoll-Felgen, optional sind für 1.500 Dollar 19 Zöller zu haben. Am Tesla-Supercharger soll die kleine Batterie in 30 Minuten Strom für 200 km saugen können, die große Batterie bunkert in einer halben Stunde Energie für 270 km.

Hier die wichtigsten Infos und Daten zum Tesla Model 3:

  • Die Spurtzeit auf 100 km/h liegt bei unter 6 Sekunden
  • Die Höchstgeschwindigkeit soll bei 209 km/h liegen (stärkere Batterie: 225 km/h)
  • Das Model 3 kommt als Fünfsitzer
  • Beim Crashtest soll eine 5-Sterne-Wertung erreicht werden
  • Die Reichweite soll bis zu 345 km betragen
  • Für 9.000 Dollar Aufpreis größere Batterie mit 500 km Reichweite
  • Die Aufladung an den Supercharger-Säulen wird Gebühren kosten
  • Der optionale Allradantrieb wird unter 5.000 US-Dollar Aufpreis kosten
  • Das Model 3 kommt mit Autopilot-Hardware (8 Kameras, viele Sensoren)
  • Der cW-Wert soll bei 0,23 liegen
  • Die Heckklappenöffnung wird in der Serie größer ausfallen
  • Das Kofferraumvolumen wird 397 Liter betragen (US-Angabe)
  • Die mattschwarze Lackierung eines der Premieren-Modelle wird es auch in der Serie geben
  • Die Felgen der Präsentations-Model 3 sind die Serienfelgen
  • Eine Anhängerkupplung gibt es optional

Im Inneren wird es noch Änderungen in der Serienversion geben.

  • Das Lenkrad wird spaciger
  • Kein Head-up-Display, es gibt nur den 15 Zoll großen horizontalen Bildschirm in der Mitte
  • Auf der Rückbank haben 2 bzw. 3 schmale Kindersitze Platz
  • Die Sitze sind voll umklappbar
  • Weniger als 100 Konfigurationen sollen nur möglich sein

Insgesamt soll vom Tesla Model 3 eine sechsstellige Anzahl in den Verkauf gebracht werden. Für 2018 stellt Elon Musk noch eine Performance-Version des Model 3 in Aussicht, ohne allerdings Eckdaten zu nennen. Neben dem Model S und dem SUV Model X plant Tesla übrigens noch ein viertes Modell. In einer Twitternachricht hatte Musk angekündigt, dass es noch ein Model Y geben soll.

Quelle: 2017 Motor-Presse Stuttgart
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