Testfahrt: Wasserstoff-Zug als Dieselalternative

12.02.2019 - 14:00 Uhr von S. Brandenburg
12.02.2019

Zwischen Brandenburg und Berlin wurde gestern ein Wasserstoffzug präsentiert.

Was aussieht wie eine normale Regionalbahn, hat einen modernen
Brennstoffzellenantrieb an Bord: der Personenzug Coradia iLint von
Alstom.
Bild 1 von 1

Was aussieht wie eine normale Regionalbahn, hat einen modernen Brennstoffzellenantrieb an Bord: der Personenzug Coradia iLint von Alstom.

 © NEB Betriebsgesellschaft mbH

Im Rahmen einer Sonderfahrt haben die Niederbarnimer Eisenbahn (NEB) und der französische Zughersteller Alstom gestern eine neue Antriebsalternative für Dieselzüge vorgestellt: die Brennstoffzelle. Der Alstom-Zug Coradia iLint verfügt über einen Wasserstoff-betriebenen Brennstoffzellenantrieb, der im Bahnverkehr der Zukunft den Dieselantrieb ersetzen könnte.

Wie die NEB mitteilte, könnte der umweltfreundliche Wasserstoffzug ab 2022 auf der Heidekrautbahn eingesetzt werden. Bei der gestrigen Sonderfahrt nach Berlin Gesundbrunnen konnten sich die anwesenden Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Forschung und Verkehrsunternehmen ein Bild des Fahrzeugs im Einsatz machen. Laut Alstom handelt es sich bei Coradia iLint um den weltweit ersten Personenzug, der mit einer Wasserstoff-Brennstoffzelle angetrieben wird.

Wasserstoff statt Diesel auf nichtelektrifizierten Teilstrecken

Der Antrieb soll geräuscharm sein und vor allem emissionsfrei, da er lediglich Wasserdampf und Kondenswasser abgibt. Für eine positive Umweltbilanz will die NEB beim künftigen Einsatz der Brennstoffzellen-Züge ausschließlich auf „grünen“ Wasserstoff setzen, der regional durch Elektrolyse mit Strom aus Windenergie gewonnen werden kann.

Kathrin Schneider, Ministerin für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg, erklärt: „Wichtiges Ziel unserer Mobilitätsstrategie ist die Entwicklung und Erprobung alternativer Antriebe. Die Brennstoffzellentechnologie spielt dabei eine wichtige Rolle. Wir wollen Schritt für Schritt die konventionellen Dieseltriebwagen ablösen und unterstützen deswegen das Pilotprojekt auf der Heidekrautbahn. Die Verbindung von umweltfreundlicher Mobilität und Nutzung Brandenburger Windenergie macht das Projekt besonders interessant. Damit kann ausprobiert werden, ob und wie Wertschöpfungsketten in Brandenburg erfolgreich installiert werden können.“

Der Geschäftsführer der Niederbarnimer Eisenbahn, Detlef Bröcker, ergänzt: „Die Niederbarnimer Eisenbahn engagiert sich seit vielen Jahren dafür, den SPNV hier in der Region noch attraktiver zu gestalten. Der innovative Wasserstoff-Zug von Alstom ist eine echte Alternative auf nichtelektrifizierten Strecken wie der Heidekrautbahn. Mit ihm können wir die RB27 noch leiser und umweltfreundlicher als bisher betreiben – mit Wind und Wasserstoff aus der Region.“

„Wir möchten den Verantwortlichen hier in Brandenburg und Berlin zeigen, wie lokal emissionsfreier Zugverkehr aussehen kann. Unsere Technologie ist einsatzbereit. Sie repräsentiert eine existierende Alternative und bietet, wesentlich leiser als ein konventioneller Dieseltriebzug, exzellenten Fahrgastkomfort. Die Heidekrautbahn fährt demnächst direkt nach Berlin Gesundbrunnen - gerade für den Verkehr in der Großstadt sind emissionsfreie und leise Lösungen wichtig", so Dr. Jörg Nikutta, Geschäftsführer für Alstom in Deutschland und Österreich.

Auch Interessant
Elektroauto-News
Mit 20.000 Renault ZOE verzeichnet der französische Hersteller einen Meilenstein beim Elektroauto-Absatz.mehr
Karma Automotive startet Ende des Jahres mit dem ersten Modell und zeigt in Shanghai aktuell, was danach kommen könnte.mehr