Elektroauto aufladen - Wie und wo?

08.11.2015 - 13:30 Uhr von stromschnell.de
08.11.2015

Vor dem Kauf eines Elektroautos sollten Sie klären, wo und wie Sie das Fahrzeug laden können. Ein flächendeckendes Netz an Ladestellen, die öffentlich zugänglich sind, befindet sich derzeit erst im Aufbau. Im deutschsprachigen Raum existierten Mitte 2014 weniger als 6.000 Ladestellen, davon etwa 4.800 in Deutschland.

BMW i3 mit angeschlossenem DC-Combo-Stecker. Vor allem das Netz von Gleichstrom-Ladesäulen zur Schnelladung steht noch am Anfang des Ausbaus.
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BMW i3 mit angeschlossenem DC-Combo-Stecker. Vor allem das Netz von Gleichstrom-Ladesäulen zur Schnelladung steht noch am Anfang des Ausbaus.

 © imago/Peter Widmann

Im Alltag stellt die vermeintliche Versorgungslücke aufgrund fehlender Ladepunkte meist kein Problem dar, da die meisten Autofahrten Strecken von weniger als 100 Kilometern ausmachen. Sie können Ihr Elektroauto also im Regelfall bequem in der heimischen Garage aufladen, sofern Ihr Leitungsnetz dafür geeignet ist. Der TÜV Süd empfiehlt deshalb, die Steckdosen vorab überprüfen zu lassen. Ältere Steckdosen sind nicht dafür ausgelegt, über einen längeren Zeitraum hinweg Strom fließen zu lassen. Denn die Ladezeiten variieren je nach Fahrzeugmodell und Stromnetz zwischen zwei und 20 Stunden. Längere Fahrten sollten gut geplant werden, weil bei einigen Stromtankstellen eine vorherige Anmeldung notwendig ist.

Die unterschiedlichen Ladesysteme

Lange waren herkömmliche Schuko-Stecker für das Aufladen an der Steckdose in Gebrauch. Diese weisen aber einen gravierenden Nachteil auf: Akkus mit einer hohen Kapazität wie es bei Elektromotoren für Fahrzeuge der Fall ist, brauchen sehr lange, bis sie vollständig geladen sind. Durch diese langen Ladezeiten lässt sich beim Schuko-Stecker auch die Gefahr der Überhitzung nicht ausschließen.

Im Januar 2013 wurde von der Europäischen Kommission der IEC Typ 2 als Standard-Stecker für das Laden von Elektroautos festgelegt. Genutzt werden kann dieser Stecker mit der netzüblichen Wechselspannung zwischen 220 und 240 Volt oder von einer dreiphasigen Stromquelle mit einer Spannung von bis zu 400 Volt. Dieser Stecker wurde von den Unternehmen Daimler und RWE gemeinsam entwickelt und bietet ein höheres Maß an Sicherheit. Beispielsweise können die Kontakte mit den Fingern normalerweise nicht erreicht werden.

Bei Chademo handelt es sich um eine elektrische Schnittstelle des Batteriemanagementsystems bei Elektroautos. Diese Schnittstelle wurde in Japan entwickelt und basiert auf Gleichspannung; es ist also möglich, den Akku direkt mit einer hohen Ladung zu versorgen. Die Chademo-Schnittstelle kann markenübergreifend genutzt werden.

Wichtig: Die Ladeleistung

Das wichtigste Kriterium dafür, wie lange es dauert, bis ein Elektroauto vollständig geladen ist, stellt die Ladeleistung dar. Diese wird in der Einheit kW angegeben. Während eine haushaltsübliche Steckdose eine Ladeleistung von etwa 3,5 kW erbringt, sind es bei Ladesäulen und Wallboxen meist zwischen zehn und 22 kW. Eine Schnellladesäule hingegen besitzt eine Ladeleistung von 50 kW. Aus Rücksicht auf die Lebensdauer des Akkus wird dieser an Schnellladesäulen außerdem nur bis zu einem Füllstand von etwa 80 Prozent geladen.

Wenn Sie das Auto zu Hause aufladen

Sie müssen lediglich von einem Fachmann überprüfen lassen, ob die Steckdosen in Ihrer Garage für das Aufladen von Elektroautos geeignet sind. Gegebenenfalls benötigen Sie für den Anschluss des Steckers einen Typ2-Adapter. Moderne Akkus für Elektroautos brauchen an der Haushaltssteckdose etwa sieben Stunden bis sie vollständig aufgeladen sind.

Das verbrauchen moderne Elektroautos

  • BMW i3: 12,9 kWh
  • Renault Zoe: 14,6 kWh
  • Tesla Model S: zwischen 22,04 und 24,2 kWh, je nach Batterie
  • Nissan Leaf: 33,7 kWh

Wie hoch die Kosten für den Betrieb des Elektroautos im individuellen Fall sind, lässt sich nicht pauschal beantworten, da dies auch von den Preisen und den Tarifen des jeweiligen Energieversorgers abhängig ist. Weil an öffentlichen Ladestationen eine Gebühr erhoben wird, die sich nach der Ladedauer richtet, ist das Aufladen der Akkus zu Hause meist günstiger.

Wer betreibt Ladestationen in Deutschland?

Im Rahmen des Park & Charge-Systems gibt es an verschiedenen Standorten reservierte Parkplätze mit Lademöglichkeiten. Des Weiteren arbeiten Energieversorger und Autohersteller wie BMW, Daimler, VW, EON und RWE am Aufbau eines Elektrotankstellen-Netzes eng zusammen. Regionale Schwerpunkte stellen Berlin und München dar.

Quelle: stromschnell.de
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